MSV Duisburg besiegt Arminia Bielefeld in der 2. Fußball-Bundesliga

MSV Duisburg: Ahmet Engin erlöst den MSV kurz vor Schluss

Der Zweitligist setzt den Aufwärtstrend fort. Die Meidericher gewinnen das Keller-Duell bei Arminia Bielefeld mit 1:0. Ahmet Engin sorgt in der 82. Minute für Jubelstürme. Durch den Erfolg verlässt der MSV den Relegationsplatz.

Die Alm gibt dem MSV Duisburg Auftrieb. Ahmed Engin verhalf dem Fußball-Zweitligisten durch eine eiskalte Aktion in der 82. Minute zum 1:0 (0:0)-Sieg bei Arminia Bielefeld. Durch den Erfolg verließen die Zebras den Relegationsplatz und stehen wieder in der grünen Zone, genauer auf Platz 15. In den sechs Spielen seit dem Amtsantritt von Trainer Torsten Lieberknecht holten die Meidericher elf Punkte. Der Aufwärtstrend wurde am gestrigen Freitag einmal mehr bestätigt. Um es mit den Worten von Fabian Schnellhardt, dem Passgeber zum Siegtor, zu sagen: „Wir haben einen kleinen Lauf.“ Ein bisschen Augenzwinkern gönnte sich der Mittelfeldmann ebenfalls: „Wenn wir von Anfang an so gepunktet hätten, wären wir ganz oben mit dabei.“

Was den Unterschied zur Null-Punkte-Phase ausmacht? Torsten Lieberknechts Plan geht derzeit auf. Die Mannschaft steht in der Defensive sicherer. Der Coach nannte die Abwehrarbeit seiner Spieler vor der Pause „bärenstark“.

Da kann man gelassener auf den einen guten Moment warten, der das Keller-Duell vor rund 15.000 Zuschauern entschied. Torsten Lieberknecht nannte den Pass von Fabian Schnellhardt auf Engin einen „Geistesblitz“.

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht (links) fiel Ahmet Engin gleich nach dem Siegtreffer in die Arme. Foto: dpa/Friso Gentsch

Seit dem 3:0-Sieg im DFB-Pokal, ebenfalls auf der Bielefelder Alm, hat Daniel Mesenhöler im MSV-Tor keinen Gegentreffer mehr kassiert. In der Liga ist der MSV seit drei Spielen ohne Gegentor und seit vier Partien ungeschlagen. Da kann man es sich beinahe leisten, geduldig auf die eine große Chance zu warten – und sie dann zu nutzen.

Anders als beim 1:1 in Ingolstadt spielte der Gast die Minuten dieses Mal ruhig runter. Selbst die vierminütige Nachspielzeit ließ den MSV nicht aus der Fassung bringen. Eine Taktikschlacht hatte Lieberknecht vorhergesagt und sah sich in seiner Nachschau bestätigt.

Dem 4-3-3-System des Bielefelder Coaches Jeff Saibene hielt der MSV-Trainer die gleiche Grundordnung entgegen. In der Länderspiel-Pause hatten die Kicker das System geübt und im Test gegen den VfL Osnabrück einem einzigen Praxischeck unterzogen. Lieberknecht hatte mehr aus der Übung mitgenommen. Stanislav Iljutcenko, der beim 1:1 gegen den Drittligisten das MSV-Tor erzielt hatte, rückte nun von Beginn an zentral in die Spitze. Das Geduldsspiel der beiden Teams mit Sorgen um den Klassenerhalt war freilich mehr als Rasenschach. Es war auch ein Psycho-Spiel. Es galt: Nur keinen Fehler machen.

Die Zebras ließen Vorsicht walten: Ruhiger Ballbesitz statt Risiko. Liebknecht sprach da sogar von etwas „Lethargie“. Das blieb nur mit Glück in der ersten Halbzeit ohne Strafe, weil ausgerechnet Kapitän Kevin Wolze in der Anfangsphase zweimal den Bruder Leichtfuß gab. Nach einem ersten Abspielfehler öffnete sich die Tür für Keanu Staude auf der rechten MSV-Abwehrseite. Andreas Wiegel konnte in höchster Not zur Ecke retten. Zwei Minuten später musste nach einem erneuten Fehlpass von Wolze der Pfosten für den schon geschlagenen Daniel Mesenhöler herhalten. Keanu Staude verzog knapp. Die Zebras wagten nur wenig nach vorne. Man nahm so mit, was der Gegner anbot.

Wirklich spruchreif war dabei einzig ein Kopfball von Moritz Stoppelkamp in der 13. Minute, den Bielefelds Torhüter Ortega Moreno aus dem Giebel angelte. Stoppelkamp bot sich vor der Pause eine zweite Gelegenheit. Er umspielte zwar den Keeper, allerdings wurde dadurch der Abschusswinkel zu spitz, um den Konter erfolgreich zu vollenden. Schön war das alles nicht. Aber Abstiegskampf ist ja auch kein Laufsteg für Supermodels.

Die zweite Halbzeit absolvierten die Bielefelder erwartungsgemäß mit mehr Lust aufs Risiko. Schon eröffneten sich Umschalt-Gelegenheiten für den MSV. Denn auch Lieberknecht hatte seine Spieler aufgerüttelt. Mehr Wucht nach vorne wollte er sehen. Doch viele Pässe waren schlecht getimt und erreichten gar nicht erst die Gefahrenzone. Es war mehr drin, als der MSV letztlich rausholte.

Ahmet Engin lieferte dafür zunächst das beste Beispiel, als er nach einer Stunde zu einem feinen Flankenlauf anhob, dann aber weder Stoppelkamp noch Iljutcenko, sondern einen Abwehrspieler mustergültig anspielte. Dennoch, der MSV war inzwischen Chef im Ring, sparte sich den finalen Schlag aber für die Schlussphase auf. Der eingewechselte Verhoek gab den Ball an Schnellhardt weiter, der schickte die Kugel durch einen Tunnel zu Engin, der den Rest besorgte. In der Pressekonferenz am Mittwoch hatte Engin den Treffer fast schon angekündigt. Gesagt, getan, gewonnen und sich dann „sehr gefreut“, wie der Torschütze kaum überraschend sagte.

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