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MSV Duisburg: Bernard Dietz sorgt sich um seinen MSV

Duisburg in der Krise : Dietz sorgt sich um seinen MSV

Drittligist MSV Duisburg schwebt in akuter Gefahr. Einen Abstieg könnte der Traditionsverein kaum verkraften. Den Zebras droht ein ähnliches Schicksal wie Rot-Weiss Essen, Rot-Weiß Oberhausen, Preußen Münster und dem Wuppertaler SV.

Seine Stimme ist belegt, sie klingt traurig. Bernard Dietz ist nicht gut zurecht, er fühlt sich nicht wohl, er sorgt sich um seinen MSV. Die Duisburger sind finanziell klamm, stecken im Abstiegskampf und haben bereits den Trainer gewechselt – bislang ohne Erfolg. Am Dienstag treten sie beim SV Waldhof Mannheim an. „Es ist einfach nur traurig“, sagt der 72 Jahre alte ehemalige Nationalspieler, der seinen Spitznamen Ennatz als Kind von einem kleinen Mädchen erhielt. „Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Aber ich bin außen vor. Mir tun nur die Fans leid. Ich erinner nur an das Motto von unserem Verein: Leben, Liebe, Leidenschaft“. Der Slogan wird von Dietz personifiziert. „Ich habe nie für Geld Fußball gespielt, sondern aus Leidenschaft“, hat er einmal gesagt und wirkt damit wie ein Relikt aus früheren Zeiten. Er kann die Veränderungen kaum fassen: „Das kann doch nicht der MSV sein, das war doch immer ein Verein, der zwischen der ersten und zweiten Liga pendelte. Aber ich kann da nichts zu sagen, ich bin außen vor. Aber es sollen sich mal einige hinterfragen.“

An der Spitze des Vereins steht Ingo Wald. „Wir stehen alle in der Kritik“, sagt der Präsident des einst ruhmreichen Klubs, der 1964 Vizemeister war, viermal im Pokal-Endspiel stand und 28 Jahre der Bundesliga angehörte. Nach dem Trainerwechsel, der erfolglos verpuffte – Torsten Lieberknecht musste gehen, Gino Littieri wurde zurückgeholt –, steht Manager Ivica Grlic in der Kritik. „Er nimmt sich das natürlich zu Herzen, hinterfragt sich und stimmt der Kritik in einigen Punkten zu“, berichtet Ingo Wald. „Die Tabelle und das Bild, das wir abgeben, müssen wir korrigieren. Nicht mit Schnellschüssen, aber schnell.“

Der Präsident hat aber nicht nur die Tabelle, sondern auch die Finanzen im Blick. Gerüchten, der MSV stehe vor der Insolvenz, tritt er entgegen. „Das ist falsch“, sagt er. Vielmehr würden neue Investoren gesucht und bereits vorhandene stärker eingebunden werden, um eine Insolvenz zu vermeiden.

Aber dann rutscht Ingo Wald jener Satz raus, der alle elektrisiert: „Es geht um den Fortbestand eines Traditionsvereins.“ Die Zebras lahmen nicht, sie befinden sich auf der Intensivstation. Schnell folgen die Sätze, die Kritik entschärfen und Solidarität erzeugen sollen. Es gehe nicht um Personen, jeder habe sich dem Ziel Rettung unterzuordnen. „Das gilt für die Mannschaft genau so wie für alle Verantwortlichen. Das sind wir allen Fans und Bürgern der Stadt Duisburg schuldig.“

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Bernard Dietz hört die Worte, doch sie nehmen ihm nicht die Sorge, mildern sie nicht einmal. Im Gegenteil, es schaudert ihn, wenn er hört, dass es um die Existenz seines MSV geht. Geradezu zwangsläufig kommen ihm alte Weggefährten in den Sinn: „Rot-Weiss Essen, Rot-Weiß Oberhausen wollen seit Jahrzehnten wieder hoch kommen, auch Alemannia Aachen, der Wuppertaler SV, jetzt Preußen Münster.“ Noch sind es große Sorgen, doch es scheint nur noch ein kleiner Schritt zu blanker Angst.