Lukas Daschner will beim MSV Duisburg eine Stammkraft werden

MSV Duisburg : Der „Duisburger Junge“ will seine Chance nutzen

Lukas Daschner steht nach dem bitteren Abstieg aus der Zweiten Liga bei den Fans der Zebras hoch im Kurs. Der 20-jährige Mittelfeldspieler will Stammkraft werden.

Wer sagt, dass der MSV nicht auf Volkes Stimme hört? „Außer Lukas könnt ihr alle gehen“, sangen die Fans während des 3:4 im letzten Heimspiel gegen Heidenheim. Und so kam es ja dann auch. Außer Lukas Daschner konnten fast alle beim Fußball-Drittligisten gehen.

Das 20-jährige Talent gehört zu dem kleinen Kreis von nur neun Spielern mit Weiterbeschäftigung aus dem Abstiegsjahr. Darin eingerechnet: Thomas Blomeyer, der ohne Spielminute zur Halbsaison nach Lotte wechselte, der Langzeitverletzte Sebastian Neumann, Jonas Brendieck und Migel-Max Schmeling, die keine Einsatzzeiten bekamen. Ahmet Engin ist verletzt.

In der Presserunde während des Trainingslagers in Mierlo sagt Daschner über die komplett neue Mannschaft: „Man fühlt sich so ein bisschen, als wäre man gewechselt und nicht, als ob man geblieben wäre.“ Nicht ganz von Ungefähr hat ihn Pressesprecher Martin Haltermann gebeten, die Zeit vor der zweiten Trainingseinheit mit Journalisten zu verbringen.

Daschner steht für das, was der Verein gern als sein neues Konzept verkaufen will. Ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, der es im Profibereich schaffen will und kann. Die Attribute „jung und hungrig“ verbinden sich mit dem Blondschopf, der stets freundlich lächelt und sehr abgeklärt alle Fragen beantwortet. Die Erfahrung aus 15 Zweitliga-Spielen mit zwei Toren bringt er ebenfalls mit. Dass er bereits jetzt Publikumsliebling und Hoffnungsträger ist, sieht er als „positiven Druck“. Er nennt sich dann auch einen „Duisburger Jungen“.

Lukas Daschner fügt hinzu, was sein Trainer Torsten Lieberknecht besonders gern hört: „Es kann eine richtig gute Saison werden.“ Der technisch starke, beidfüßige Mann für die Mittelfeldzentrale will nun eine „Stammkraft“ werden“. Der Weg dafür ist frei: Fabian Schnellhardt hat den Verein verlassen. Lukas Fröde konnten die Zebras nicht halten. Christian Gartner kam nach seiner Verletzung nie zurück. In der Dritten Liga kann einer wie Daschner den großen Sprung schaffen. Dafür arbeite er hart im Trainingslager.

Das kann man sehen. Beim Pressegespräch wirkt Daschner leicht abgekämpft. Das Pensum ist hoch. „Sehr intensiv. Aber alles noch auszuhalten“, sagt der Mittelfeldmann. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Anforderung höher. Die Begründung: „Wir haben neue Grundtugenden festgelegt: Kampf und Leidenschaft.“ Lieberknecht hat seinen Spielern einige Begriffe unters Kopfkissen gelegt: Siegeswille ist ein weiterer. „Dass wir auch jedes Testspiel gewinnen wollen“, sagt Daschner.

Kollege Petar Sliskovic fügt ein weiteres Wort hinzu: „Alle gemeinsam.“ Im letzten Jahr sei das nicht so klar gewesen, so Daschner: „Es entsteht ein Gesamtkonzept, auf das man auch als Spieler Lust hat.“ Für sich selbst übersetzt sich das in den Satz: „Die Chance ist da. Man will immer mehr.“

(kew)
Mehr von RP ONLINE