MSV Duisburg Kein normaler Trainingsstart

Duisburg · Der Zweitligist startete am Donnerstag mit den Vorbereitungen auf die kommende Zweitligaspielzeit, obwohl das Startrecht der Duisburger auch weiterhin fraglich ist. Trainer Runjaic lobt das Engagement seiner Mannschaft.

2. Bundesliga 13/14: "Ligaloser" MSV startet in die Vorbereitung
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Es passte ins Bild der Geschehnisse abseits des Rasens, dass Ranisav Jovanovic und Sören Brandy den Journalisten im Anschluss an den Trainingsauftakt des MSV Duisburg nicht in den trockenen Katakomben des Trainingszentrums an der Westenderstraße sondern draußen im strömenden Regen Rede und Antwort stehen mussten. Zwischen den zahlreichen Pressevertretern sprach das durchnässte Duo über die aktuelle Situation ihres Arbeitgebers. Freilich wollte keiner der beiden so wirklich über das sprechen, was eintreten könnte, wenn der MSV in der kommenden Woche vor dem Schiedsgericht in Frankfurt im Nachgang nicht doch noch die Zweitliga-Lizenz erhält. "Natürlich macht sich jeder Gedanken über seine persönliche Zukunft. Doch wir haben alle noch einen Vertrag beim MSV Duisburg", erklärte Brandy, der in der vergangenen Saison auf Anhieb zum Publikumsliebling avancierte.

Auch Ranisav Jovanovic sieht darin, dass Trainer Kosta Runjaic seine Mannschaft gestern zur ersten Trainingseinheit bat, "ein wichtiges Zeichen" und betont: "Das Training ist nicht nur ein bisschen fit halten. Das ist eine richtige Vorbereitung. Wir bereiten uns auf die Zweite Liga vor." Trotzdem sind sich auch die Profis der prekären Situation bewusst. Auf die Frage, was passiert, wenn der MSV tatsächlich in die vierte oder gar fünfte Liga abstürzen sollte, antwortete Jovanovic: "Das ist eine schwierige Situation für uns alle. Dann würde eine andere Zeit anbrechen."

Abfinden möchte sich mit diesem Szenario bei den Zebras momentan aber noch niemand. Als Sportdirektor Ivo Grlic am Nachmittag die gut 1500 Fans begrüßte, die trotz des strömenden Regens zum Trainingsgelände gekommen waren, erntete er viel Applaus für seine Worte. "Ich behaupte der MSV lebt", bezog sich Grlic auch auf die vielen kreativen Aktionen, die die Fans in den vergangenen Tagen organisierten.

Unter großem Beifall und MSV-Sprechchören drehte das vorläufige Aufgebot der Meidericher seine ersten Runden auf dem Trainingsgelände an der Westender Straße. Ein gemächlicher Saisoneinstieg war es für die Zebras keineswegs. Trainer Kosta Runjaic ließ sich von den widrigen Wetterbedingungen nicht beirren und bat seine Schützlinge auf Anhieb zu einer 100-minütigen Einheit. Mit dabei waren auch einige für die breite Masse noch unbekannte Gesichter. Kosta Runjaic dagegen kennt vor allem einen der Neulinge bestens: Danny Latza kickte bis zuletzt für Darmstadt 98, wo Runjaic selbst Trainer war, bis er sich dem MSV anschloss. Neben Latza betraten auch Linksverteidiger Anthony Jung (21/ FSV Frankfurt) und Linksaußen Marvin Knoll, der zuletzt vorwiegend für die Reserve von Hertha BSC spielte, zum ersten Mal den Rasen des Meidericher Trainingsgeländes. Auch Stürmer Emil Jula ist nach Duisburg zurückgekehrt und nahm am Training teil. Den MSV-Fans, von denen viele die Westenderstraße wegen des schlechten Wetters frühzeitig wieder verließen, mochte es beinahe schon ein wenig grotesk anmuten, dass sie gestern einer Mannschaft zujubelten, von der im Falle eines Lizenzentzuges kaum noch ein Akteur übrig bleiben wird.

Kosta Runjaic war mit den Leistungen seiner Spieler beim Trainingsauftakt zufrieden: "Auf dem Platz war alles ganz normal. Schon heute war es ein sehr komplexes Training. Wir legen den Grundstein für die weitere Saison." Dass die Mannschaft mit so großem Engagement dabei war, ist ihr hoch anzurechnen. Schließlich ist dies, ob der ungewissen persönlichen Zukunft der Spieler, keine Selbstverständlichkeit. Denn bei aller Freude darüber, dass es auch sportlich mal wieder etwas von den Zebras zu berichten gibt: "Das war kein normaler Trainingsstart. Unter normalen Umständen versteht man etwas anderes."

Mit den Zebras trainierten gestern auch Dustin Bomheuer und Tanju Öztürk, die beim MSV jeweils einen nur noch bis zum 30. Juni laufenden Vertrag besitzen. Ein Verbleib in Duisburg scheint derzeit zumindest nicht ausgeschlossen.

(RP/can/csi)
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