Fußball-Bundesligist MSV Duisburg peilt ersten Heimsieg gegen SC Paderborn 07 an

MSV Duisburg : MSV hat wieder Mut geschöpft

Nach dem 3:0-Sieg im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld brennt der Fußball-Zweitligist darauf, den ersten Heimsieg einzufahren. Am Samstag ist der SC Paderborn 07 zu Gast. MSV-Coach Torsten Lieberknecht kündigt personelle Umstellungen an.

Auswärts ist Fußball-Zweitligist MSV Duisburg seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen. Diese Bilanz würde ausreichen, um in der Spitzengruppe mitzuspielen. Wenn da nicht diese Heimmisere wäre. Fünf Spiele, fünf Niederlagen. Am heutigen Samstag unternehmen die Zebras den sechsten Versuch in dieser Saison, um zu Hause etwas zu holen. Am besten drei Punkte, ein Unentschieden würde im Abstiegskampf wenig helfen. Gegner ist ab 13 Uhr der Aufsteiger SC Paderborn 07.

Um die Lösung des Heimproblems anzugehen, könnte die Minimierung der Fehler der Schlüssel zum Erfolg sein. Hätte Andreas Wiegel im Wettkampf mit dem FC St. Pauli kurz vor Schluss besser aufgepasst, hätte der MSV das Spiel wahrscheinlich nicht verloren. Aber Torsten Lieberknecht ist kein Trainer, der auf seine Mannschaft eindrischt, wenn sie Fehler macht. Fehler schmerzen, aber sie sind auch erlaubt. „Wenn die Spieler keine Fehler machen, zeigt das, dass sie keinen Mut haben“, sagt der 45-Jährige, der hinzufügt: „Ich will keine mutlosen Spieler haben.“

Auch beim Pokalspiel bei Arminia Bielefeld, das der MSV mit 3:0 (3:0) nach Toren von John Verhoek (11.), Fabian Schnellhardt (38.) und Cauly Oliveira Souza (45.) gewann, wurde deutlich, dass ein Trainer, der seine Mannschaft in der Kabine niederbügelt, im modernen Fußball ausgedient hat. Auf die Frage, ob er seine Mannschaft angesichts des 0:3-Rückstandes in der Halbzeitpause in der Kabine angebrüllt habe, sagte Arminen-Coach Jeff Saibene: „Ich weiß nicht, wer eine Mannschaft, die so niedergeschlagen war, anbrüllt.“

Borys Tashchy (Mitte) spielt in den Planungen seines Trainers eine wichtige Rolle. Foto: firo Sportphoto/Sebastian El-Saqqa

Torsten Lieberknecht hätte am Mittwochabend allenfalls vor Freude brüllen können. Die Liga-Krise war auf der Alm sehr weit weg. Der Trainer sucht nach der Balance, mit der misslichen Situation positiv umzugehen. Lässigkeit ist nicht angebracht, ein Kopfproblem darf die Situation aber auch nicht sein. Torwart Daniel Mesenhöler machte am Freitag deutlich, dass auf dem Platz die Gedanken die Arbeit nicht blockieren dürfen. Natürlich war der Erfolg in Bielefeld gut für das Selbstvertrauen. Auch für ihn selbst. Mesenhöler, der kurz nach der Pause mit einer starken Parade von Fabian Klos die Hoffnungen des Gastgebers auf eine schnelle Wende im Spiel zunichte machte, sagte: „Ich werde von Spiel zu Spiel selbstbewusster.“ Weil auch ihm im Saisonverlauf nicht alles gelang, bekräftigte er, dass es noch viele Dinge gäbe, die er verbessern könne. Was die Abstimmung innerhalb des Defensivverbundes betrifft: Hier seien mittlerweile klare Absprachen getroffen worden, wer für was zuständig sei.Der SC Paderborn 07 setzte sich im DFB-Pokal bereits am Dienstag bei Chemie Leipzig mit 3:0 durch, hatte also einen Tag mehr Zeit für die Regeneration.

Beim MSV wird vor allem für Mittelfeldspieler Cauly Oliveira Souza die Erholungszeit knapp. Der Brasilianer schied zur Pause mit einem Pferdekuss aus. Ob er zur Verfügung steht, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Ohnehin kündigte Torsten Lieberknecht für das Paderborn-Spiel Umstellungen an. Das lässt Raum für Spekulationen, die auch den Job für Gästetrainer Steffen Baumgart nicht einfacher machen. Mehr Personal in der Defensive, eine veränderte Staffelung im Mittelfeld, eine oder zwei Spitzen? Vieles ist denkbar. Vor allem die Besetzung der Offensive kommt derzeit einem kniffligen Ratespiel gleich.

Lieberknecht machte am Freitag deutlich, dass Borys Tashchy, der in Bielefeld zunächst nur auf der Bank saß, weiter eine wichtige Rolle spielt. Aber weniger als Sturmspitze, sondern vielmehr in der Mittelfeld-Zentrale. Dies war Lieberknechts spektakulärste Umstellung nach seinem Amtsantritt. Der Trainer sieht beim Ukrainer noch viel unausgeschöpftes Potenzial. „Ich will bei ihm noch etwas herauskitzeln“, sagte der Coach. Und im Zuge dessen darf auch Borys Tashchy Fehler machen, wenn er zeigt, dass er mutig ist.

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