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MSV Duisburg: Erfolgs-Duo des MSV bleibt an Bord

MSV Duisburg : Erfolgs-Duo des MSV bleibt an Bord

Das Pokern war erfolgreich. Ilia Gruev, der den Fußball-Zweitligisten im September 2012 gemeinsam mit Chef-Coach Kosta Runjaic übernahm und zum Klassenerhalt führte, verlängerte seinen Vertrag bis 2015. Mit Marvin Knoll steht der nächste Zugang bereit.

Am Mittwoch wollte Ilia Gruev noch nicht viel vorwegnehmen — sprach davon, dass der MSV seinen Entschluss bald bekannt geben würde. Da war längt klar, dass seine Entscheidung gefallen ist — in eine für den Fußball-Zweitligisten positive Richtung. Wie angekündigt, unterschrieb der 43-Jährige gestern einen Zwei-Jahres-Vertrag und bleibt den Meiderichern damit bis zum Ende der Saison 2014/15 erhalten.

Damit endet für die Duisburger eine zukunftsweisende Woche — die mit der Verpflichtung des ersten externen Zugangs Danny Latza (Darmstadt 98) begann und die nach der vorläufigen Lizenzerfüllung jetzt mit dem Verbleib von Gruev endet.

Lange mussten die Anhänger aufgrund der ungewissen wirtschaftlichen Zukunft des Vereins auf derartige Meldungen warten. Das Bild vor der Arena sprach am Mittwoch Bände. Über das Fan-Forum des MSV wurden Ort und Zeitpunkt der Pressekonferenz bekannt, die der Klub im Zuge der Abgabe seiner Lizenzunterlagen gab. Gespannt warteten vor dem Eingang einige Anhänger. "Geht es denn weiter?" lautete die meist gestellte Frage. Ein einfaches "Ja" reichte vielen, um erleichtert wieder von dannen zu ziehen.

Von der Abwendung der Insolvenz hingen auch die sportlichen Planungen ab. Sportdirektor Ivo Grlic will in den kommenden Tagen weitere Abschlüsse verkünden. Mit der Vertragsverlängerung von Ilia Gruev hat er nun eine weitere wichtige Personalie abarbeiten können. "Ich bin sehr froh, dass Ilia dem MSV erhalten bleibt und wir ihn überzeugen konnten. Das ist angesichts der Möglichkeiten, die sich ihm geboten haben, keine Selbstverständlichkeit und war ein hartes Stück Arbeit", zeigte sich Grlic über die Zusage des Bulgaren erleichtert.

Der Sportdirektor hatte Gruev und Runjaic erst im vergangenen September zusammengeführt und nach der Beurlaubung von Oliver Reck nach Duisburg geholt — weil er ahnte, dass die akribischen Arbeiter gut zusammen passen könnten. Mit Beiden traf Grlic ins Schwarze. "Ilia ist ein wichtiger Baustein für unsere Zukunft. Er und Kosta Runjaic ergänzen sich zu 100 Prozent. Sportlich wie menschlich stehen seine Qualitäten außerhalb jeder Diskussion."

Auch Trainer Runjaic wurde nicht müde zu betonen, dass der Erfolg des MSV und die positive Kehrtwende einer bereits totgeglaubten Mannschaft auch ein großer Verdienst seines Co-Trainers ist. Nicht umsonst pokerte er in den letzten Tagen wohl auch bewusst mit Äußerungen zu seiner Zukunft indirekt für den Verbleib von Ilia Gruev. Der 41-Jährige, der zuletzt bei jedem vakanten Trainerposten eines Bundesligisten mit auf dem Zettel stand, hatte seinen Verbleib in Duisburg eng an den seines Assistenten gekoppelt. "Es freut mich, dass meine Arbeit geschätzt wird. Neben der spannenden Aufgabe, dass ich die Mannschaft mit Kosta und Ivo weiterentwickeln kann, hat auch mein Herz am Ende für den MSV entschieden", betont Ilia Gruev. "Wir sind zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen."

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Runjaic, der heute Abend das Champions-League-Finale in London für das ZDF analysiert, bevor er in den Familienurlaub geht, verabschiedete sich bereits Mitte der Woche mit dem guten Gefühl, nun endlich die Kaderplanungen vorantreiben zu können. "Ich habe immer betont, dass Erfolg das Ergebnis einer Teamleistung ist. Daher freue ich mich, dass Ilia an meiner Seite bleibt", so Runjaic. "Die Spieler, auf die wir für die neue Saison bauen, treffen auf ein kampferprobtes und eingespieltes Trainer-Team, das große Lust auf weitere Erfolge hat."

Die Erfüllung der Lizenzbedingungen bedeutet aber nicht, dass nun auch ein größerer Etat zur Verfügung steht. "Die sportliche Leitung weiß seit Monaten, dass unsere Situation schwierig ist. Natürlich ist es mit dem kleinen Budget nicht leicht, aber dann muss man wacher und schneller sein als andere. Ich bin sicher, dass die jetzige sportliche Leitung das hinbekommt", sagte Geschäftsführer Roland Kentsch.

Nächster Kandidat für eine Verpflichtung ist Marvin Knoll, 22-jähriger Mittelfeldspieler von Regionalligist Hertha BSC II. Dem Vernehmen gibt es bei seinem Zwei-Jahres-Vertrag nur noch Kleinigkeiten zu klären. Hartnäckig halten sich im Umfeld auch die Namen Francky Sembolo oder Deyvidas Matulevicius. Dustin Bomheuers Berater Konstantin Liolios ließ wissen, dass im Fall des Abwehrspielers nächste Woche eine Entscheidung fällt.

(RP/rl)