Die Chancen des MSV Duisburg auf die Rettung sind weiter gering

MSV Duisburg : MSV Duisburg muss auf verrückte Dinge in der Liga hoffen

Die Chancen auf eine Rettung sind auch nach dem Sieg in Kiel nur minimal. Abwehrspieler Enis Hajri denkt trotzdem nicht ans Aufgeben.

Während der Rückfahrt aus Kiel schickte Enis Hajri eine Videobotschaft aus dem Mannschaftsbus des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg in die sozialen Medien. „Für alle, die uns heute gerne absteigen gesehen hätten: Schade. Wir machen weiter“, teilte der Abwehrspieler nach dem 2:0-Sieg bei Holstein Kiel mit. Der 36-Jährige hatte zuvor trotz muskulärer Probleme die rechte Abwehrseite bearbeitet und dicht gemacht. Der Tunesier verließ humpelnd das Holstein-Stadion. Es steht außer Frage: Hajri wird in diesen Tagen alles dafür tun, um am Sonntag für das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim fit zu sein.

„Weiter machen“ wird dem MSV aber nicht reichen. Die Zebras, die nun vier Punkte und neun Tore hinter dem Relegationsrang zurückliegen, sind darauf angewiesen, dass an den letzten beiden Spieltagen in der Abstiegszone verrückte Dinge passieren, um noch den FC Ingolstadt und den 1. FC Magdeburg hinter sich zu lassen. Das Wort „Glück“ wäre zu schwach, um eine finale Rettung auf den Relegationsrang zu beschreiben.

Diesen Platz nimmt derzeit der FC Ingolstadt, der am Samstag mit einem 3:0-Sieg beim Hamburger SV einen Paukenschlag landen konnte, ein. Gewinnen die Schanzer am Sonntag ihr Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 ist der MSV unabhängig vom eigenen Ergebnis gegen Heidenheim abgestiegen.

In Kiel verbuchten die Zebras erst ihren dritten Rückrundensieg. Trainer Torsten Lieberknecht war einfach nur froh, „dass wir ein Spiel gewonnen haben. Wir haben in den letzten Wochen viel auf die Ohren bekommen.“ Der unerwartete Dreier an der Ostsee war auch für den Trainer Balsam für die geschundene Seele.

Angesichts der immer noch fast aussichtslosen Situation ist es müßig, darüber nachzudenken, ob die Mannschaft in Kiel eine Trendwende einleiten konnte, ob sie endlich den Ernst der Lage verinnerlicht hat. Der Fan fragt sich „Warum erst jetzt?“ – Antworten würden das Leid der Anhänger aber kaum mildern.

„Wir haben als Mannschaft gefightet“, lobte Mittelfeldspieler Tim Albutat nach der Partie den Teamgeist. Der 26-Jährige, seit Sommer 2014 in Duisburg, bestritt am Sonntag seine 116. Ligapartie für die Zebras und erzielte mit seinem Kontertor zum 2:0 erst sein fünftes Tor im Trikot des MSV.

Zuletzt war Albutat im Dezember 2016 für die Zebras erfolgreich gewesen. In der Dritten Liga beim 2:0-Sieg bei den Sportfreunden Lotte.

(D.R.)
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