Der neue Torhüter Leo Weinkauf und seine Wünsche beim MSV Duisburg

MSV Duisburg : Leo Weinkauf will sich in Duisburg für höhere Aufgaben empfehlen

Der neue Torhüter der Zebras sucht noch eine Wohnung, fühlt sich am neuen Arbeitsplatz aber bereits wohl. „Duisburg ist ein cooler Fleck“, sagt er.

Leo Weinkaufs erster Wunsch erfüllt sich nicht, sein zweiter durchaus. Was mit dem dritten Wunsch wird, das hat er selbst in seinen zupackenden Händen. Aber der Reihe nach. Der neue Torhüter des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg hätte die Saison gern in der Fremde begonnen: „Auswärts gewinnen und dann im ersten Heimspiel die Hütte voll machen“, sagte der 22-jährige Keeper, der von Hannover 96 ausgeliehen wurde.

Daraus wird nun nichts. Die Zebras fangen am 20. Juli gegen Großaspach vor eigenem Publikum an. Zweiter Wunsch: „Vielleicht wäre es gut, am Anfang gegen einen direkten Konkurrenten zu spielen, den man dann besiegen kann, bevor der sich festigt.“ Das gibt der Spielplan nun her: Ingolstadt, Münster und Braunschweig, die nach der Premiere folgen, darf man zu den anspruchsvollen Kunden in der Liga zählen.

Und damit zum dritten Wunsch: Der 1,96 Meter große Ballfänger will sich in der Dritten Liga „auf einer anderen Ebene präsentieren“. Leo Weinkauf ist nicht gekommen, um zu bleiben Er ist gekommen, um sich zu zeigen. Das Tor ist sein Schaufenster. Hannovers neuer Trainer Mirko Slomka hat ihm aus diesem Grund auf die Leihliste gesetzt. Slomka wird im Internet mit dem Satz zitiert: „Leo ist ein außergewöhnliches Talent.“

Das wollen die Niedersachsen weiter fördern. Hier macht das Wort Ausbildungsverein mal Sinn. In der Regionalliga bot er in der zweiten Mannschaft von 96 eine exzellente Saison. Nun soll die nächsthöhere Klasse seine Qualitäten bestätigen. Der MSV eignet sich da bestens. Leo Weinkauf verweist auf Mark Flekken. Der Torhüter habe in Duisburg den Sprung in die Bundesliga geschafft.

Damit hat sich Weinkauf in gewisser Weise selbst die Schuhgröße ausgesucht. Dass er aus den Latschen kippt, steht in keiner Weise zu befürchten. Trainer Torsten Lieberknecht hat ihn gleich zur Nummer eins erklärt. Sportdirektor Ivica Grlic nennt ihn seinen Wunschkandidaten. Torwart-Trainer Sven Beuckert verweist auf seine gute Grundausbildung.

Beim FC Bayern stand Weinkauf zum Beispiel für drei Jahre zwischen den Pfosten der zweiten Mannschaft. So viel zu den Vorschusslorbeeren. Die ersten – noch sehr unfertigen Eindrücke – lassen das Lobkraut nicht welken. Was dann noch auffällt: Im Gespräch beschreibt Leo Weinkauf, ruhig, selbstsicher und klug, Chancen und Aussichten: „Ich halte nichts davon, in die Zukunft zu sehen. Ich will jetzt beim MSV die Saison angehen.“

Der Torhüter will in Duisburg Spielpraxis sammeln. Die Vorbereitung nennt er intensiv und fügt dann einsichtig hinzu: „Das gehört dazu, dass man sich mal ein bisschen quälen muss. Bisher ist aber alles im Rahmen.“

Gut aufgehoben in der völlig, neuen Mannschaft fühlt er sich durchaus. Mit der Stadt muss er sich erst noch vertraut machen. Noch wohnt Weinkauf im Hotel. Nur die Sportschule kannte er bereits vorher. Alles Weitere will noch entdeckt werden. Was er bereits festgestellt hat: Der Duisburger an sich ist offen und hilfsbereit. „Jeder geht auf einen zu und man findet hier viel Zustimmung“ berichtet Weinkauf von Begegnungen mit den Einheimischen.

„Mir wurde im Vorfeld sehr viel Negatives über Duisburg erzählt. Das kann ich nach einer Woche schon relativieren, weil das echt ein cooler Fleck ist.“ Ob die Stadt zu einer zweiten Heimat wird, muss man abwarten. Nicht zu verachten aber sind auch schöne Erinnerungen an Duisburg, zum Beispiel, wie lustig es bei der Aufstiegsfeier zugegangen ist oder wie großartig es war, in einer randvollen Arena zu kicken.

Leo Weinkauf kann mit sicherem Griff dazu beitragen, diese Wünsche wahr werden zu lassen.

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