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MSV Duisburg: Baumann und Gruev zurück zu den Wurzeln

MSV Duisburg : Baumann und Gruev zurück zu den Wurzeln

Das Trainerduo des MSV Duisburg kehrt beim Auswärtsspiel gegen Rot-Weiß Erfurt an den Ursprung seiner Trainerlaufbahn zurück.

Für Ilia Gruev begann alles vor acht Jahren. Damals wechselte der 35-Jährige vom KFC Uerdingen zu Rot-Weiß Erfurt, seiner letzten Station als Profispieler. Dann schlug der Bulgare ein neues Kapitel auf. "Erfurt ist meine zweite Heimat geworden", sagt Gruev. "Seit 2005 lebe ich mit meiner Frau und der Familie dort."

Im Anschluss an seine aktive Karriere startete der ehemalige Mittelfeldspieler bei den Rot-Weißen seine Trainerkarriere als Coach der U19. Morgen kommt der Bulgare mit seiner neuen Mannschaft, dem MSV Duisburg, nach Hause. Beim Duell zwischen den Zebras und Erfurt (14 Uhr, Steigerwaldstadion) kommt es dann zum Duell Vater gegen Sohn. Ilia Junior spielt in der Jugend der Bismarckstädter. "Natürlich ist das Spiel etwas ganz Besonderes für mich", sagt Gruev.

Die emotionale Verbindung seines Assistenten wird gewiss auch Karsten Baumann teilen. Auch der gebürtige Oldenburger begann in Erfurt seine Trainerlaufbahn. "Es war eine wunderbare Zeit. Ich bin den Menschen im Verein sehr dankbar, damals als Neuling die Chance erhalten zu haben", sagt Baumann.

Einst lernten sich Baumann und Gruev in Thüringen kennen, morgen kehren sie als Trainer-Team an ihre alte Wirkungsstätte zurück. "Jens Möckel und Nils Pfingsten-Reddig habe ich dort noch trainiert", sagt Baumann. "Mit Pfingsten-Reddig habe ich in meiner Zeit beim Wuppertaler SV sogar noch kurz zusammengespielt." Gruev derweil, hat als Chef der ältesten Jugendmannschaft sogar einige Akteure des morgigen Gegners ausgebildet. Dazu zählen Kevin Möhwald und Ersatztorwart Phillip Klewin.

Doch Rücksicht auf alte Bekanntschaften kann sich der MSV nicht leisten. Bis zum Winter gilt es, möglichst viele Punkte zu sammlen — so das vorläufige Saisonziel der Meidericher. "Es wird ein Spiel zweier Tabellennachbarn", sagt Baumann und fordert: "Wir wollen den Abstand nicht größer werden lassen und drei Punkte präsentieren."

Selbstredend sind die beiden Erfurt-Experten bestens über die Geschicke ihres Ex-Vereins informiert. "Auch Erfurt ist eine Mannschaft, die vor der Saison eine hohe Fluktuation hatte", weiß Baumann.

14 Neuzugänge musste Trainer Walter Kogler einbauen — mit Erfolg wie es scheint. Die Thüringer starteten mit acht Punkten ähnlich wie der MSV gut in die Saison. "Sie haben das Potenzial, in dieser Saison oben mitzuspielen", glaubt Baumann. "Für uns wird es wieder eine Standortbestimmung. Wir stellen uns auf eine sehr zweikampfstarke Mannschaft ein." Umso wichtiger, dass der gebürtige Oldenburger aller Voraussicht auf Torhüter Michael Ratajczak zurückgreifen kann. Gestern unternahm der 31-Jährige nach seinen Adduktorenproblemen einen ersten Trainingsversuch. "Ich gehe davon aus, dass es mit einem Einsatz klappt", so Baumann. Ein Fragezeichen steht noch hinter Athanasios Tsourakis, der im Training einen Pferdekuss erlitten hat.

Hoffen darf der MSV auf Unterstützung von außen. Gruev junior wird im Steigerwaldstadion als Balljunge an der Seitenlinie stehen. Was passiert, wenn Erfurt einen schnellen Einwurf braucht? "Das bleibt ein Geheimnis", schmunzelt Vater Ilia. Seine Lockerheit zeichnet den Co-Trainer aus — trotz weiterhin schwieriger Vorzeichen.

Um die müden Knochen der Mannschaft zu schonen, hat das Trainerduo unter der Woche eine Einheit gestrichen. Auch der übrige Umfang wurde reduziert.

Für den MSV wird es in Erfurt auch darum gehen, eigene Fehler abzustellen. Erinnert sei an Markus Bollmanns Aussetzer gegen Regensburg, nach dem der MSV von Anfang an alles auf eine Karte setzten musste. Kevin Wolze sprach unter der Woche folgerichtig davon, dass es der Mannschaft gut tun würde, "auch mal zu gewinnen ohne bis zum Ende fighten" zu müssen.

(RP)