Abstieg des MSV Duisburg nach 3:4 gegen 1. FC Heidenheim besiegelt

Lieberknecht und Grlic bleiben : Pfiffe und Tränen nach dem Abstieg des MSV

Die letzte Hoffnung beim MSV Duisburg ist nach dem 3:4 gegen den 1. FC Heidenheim dahin. Die Zebras stürzen zum dritten Mal nach 1986, 2013 und 2016 in die Drittklassigkeit ab.

Spieler Moritz Stoppelkamp weinte – und die Fans des MSV Duisburg verabschiedeten ihre Mannschaft mit hemmungslosen Pfiffen und „Absteiger“-Rufen. Nach dem Abstieg des Traditionsclubs aus der Zweiten Fußball-Bundesliga, die nach der 3:4 (1:2)-Niederlage am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim nicht mehr abgewendet werden kann, ging es im Duisburger Stadion emotional zur Sache. „Es ist bitter, wenn man vor den eigenen Fans steht und ausgepfiffen wird. Wir haben uns das selbst zuzuschreiben“, sagte Duisburgs Angreifer Havard Nielsen.

Die 17. Saison-Niederlage hat den vierten Absturz des MSV in die Drittklassigkeit nach 1986, 2013 und 2016 perfekt gemacht. Die Duisburger verspielten unter anderem durch ein Eigentor von Verteidiger Dustin Bomheuer, der den Ball völlig unbedrängt aus kurzer Entfernung zum zwischenzeitlichen 2:3 (58. Minute) ins Duisburger Tor köpfte, vor dem abschließenden Saisonspiel am nächsten Sonntag beim Hamburger SV ihre letzte Chance auf den Klassenverbleib.

Die Fans hatten ihr Urteil schnell gefällt: Den Gang der Mannschaft zehn Minuten nach dem Abspfiff in die Kurve quittierten die Anhänger mit einem lauten Pfeifkonzert. „Wir haben die Gewissheit, dass wir abgestiegen sind. Das ist ein harter Tag“, meinte MSV-Coach Torsten Lieberknecht.

Wie schon häufig in dieser Saison agierte der Tabellenletzte auch gegen Heidenheim vor 14 392 Zuschauern überaus fehlerhaft in allen Mannschaftsteilen. Robert Glatzel (27.), Denis Thomalla (37.) und Niklas Dorsch (82.) nutzten die Duisburger Defizite in der Defensive zu Heidenheimer Toren. Moritz Stoppelkamp (33.), Bomheuer (51.) und Lukas Daschner (81.) trafen für den MSV.

Trainer Torsten Lieberknecht stieg 2018 mit Braunschweig und jetzt mit dem MSV aus der Zweiten Liga ab. Foto: dpa/Bernd Thissen

Präsident Ingo Wald hatte sich bereits vor dem Match festgelegt, dass Trainer Lieberknecht und Sportdirektor Ivica Grlic auch für die kommende Saison in der sportlichen Verantwortung bleiben. „Gemeinsam mit ihnen müssen wir wieder darauf konzentrieren, Kampfgeist und Willen zu harter Arbeit zu hundert Prozent in den Fokus zu stellen. Wir müssen und wollen noch enger zusammenrücken“, sagte Wald. „Ich verspüre Lust, das wieder aufzubauen“, meinte Lieberknecht.

In diesem Jahr starteten die Duisburger nach einem überraschenden siebten Platz in der Vorsaison katastrophal. Nach nur zwei Punkten aus den ersten acht Spielen wurde der beliebte Aufstiegs-Trainer Ilja Gruew Anfang Oktober entlassen. Nachfolger Lieberknecht, der Braunschweig in zehn Jahren Amtszeit zuvor bis in die Bundesliga geführt hatte, begann direkt mit einem 2:1 beim Tabellenführer 1. FC Köln. Aus den zurückliegenden 19 Spielen holte der MSV aber nur noch drei Siege. Der Abstieg war die logische Konsequenz.

Für den MSV wird die Rückkehr in den Zweitklassigkeit keine Selbstverständlichkeit. Die Lizenz für die Dritte Liga ist keineswegs gesichert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sie nur unter der Auflage erteilt, dass eine Finanzierungslücke geschlossen wird.

Wald verweist auf positive Signale von Partnern, die sich mit dem Verein weiter identifizieren. „Aber es bedarf ehrlicherweise intensiver Arbeit, diese Signale jetzt so umzusetzen, dass wir die Bedingungen des DFB erfüllen können“, sagte Wald. Schon in der Saison 2012/2013 wurde den Meiderichern die Lizenz für die 2. Liga entzogen.

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