Abstieg des MSV Duisburg kann schon in Kiel besiegelt werden.

MSV Duisburg : Den MSV kann es schon in Kiel erwischen

Schlechte Erinnerungen an Partien bei Holstein Kiel haben die Zebras und ihr Trainer Torsten Lieberknecht reichlich. Am Sonntag kann eine weitere hinzukommen. Denn dann kann der Abstieg aus der 2. Bundesliga bereits Fakt werden.

Immer wieder Holstein Kiel – vor drei Jahren feierte der MSV Duisburg in seiner Arena gegen die Störche den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Das ist aber auch schon die einzige gute Erinnerung an Holstein Kiel. Am Sonntag sind die Zebras ab 13.30 Uhr im Holstein-Stadion am Ball. Wenn es schlecht für die Meidericher läuft, kann nach dem Spiel der Abstieg besiegelt sein. Der 1. FC Magdeburg spielt heute beim VfL Bochum, der FC Ingolstadt ist zeitgleich beim Hamburger SV am Ball. Landet einer der beiden Konkurrenten im Abstiegskampf einen Sieg, würde es den MSV erwischen, wenn er in Kiel nicht gewinnen sollte.

Ausgerechnet in Kiel also, wo im Oktober 2011 MSV-Trainer Milan Sasic seinen Job verlor, weil die Duisburger bei den damals viertklassigen Störchen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden waren. Das ist lange her. Noch nicht so lange her ist dagegen der letzte Auftritt der Meidericher an der Ostsee. Am 3. März 2018 hätte der MSV in Kiel nach den Sternen greifen können. Mit einem Sieg hätte die Mannschaft auf den dritten Platz klettern können. Stattdessen unterlag sie gleich mit 0:5.

Es folgten vier Niederlagen und ein Unentschieden. Das Team, das zuvor seine Fans begeistert und die Experten überrascht hatte, stürzte ab und geriet noch einmal in Abstiegsgefahr. Holstein Kiel im März 2018 – es war der Beginn des Niedergangs beim MSV, der nun wohl in den Abstieg münden wird. Auch Trainer Torsten Lieberknecht erlebte schon seinen Kieler Albtraum – am 13. Mai 2018. Mit Eintracht Braunschweig verlor er am letzten Spieltag bei Holstein mit 2:6. Die Eintracht, die zuvor nie auf einem Abstiegsplatz gestanden hatte, rauschte runter in die 3. Liga. Lieberknecht stand vor der Gästekurve und weinte bitterlich.

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht traut sich einen Neuaufbau in der 3. Liga zu. Sein Vertrag ist bis 2021 gültig. Foto: firo/Ralf Ibing

Auch in dieser Saison gab Holstein Kiel die Richtung vor. Im Herbst schien der MSV nach dem Trainerwechsel auf einem guten Weg. Siege in Köln und in Bielefeld, zudem konnte der MSV gegen Paderborn sein erstes Heimspiel gewinnen. Doch dann kam Kiel an die Wedau und verpasste dem MSV erneut eine empfindliche Niederlage. Die Zebras gingen mit 0:4 unter. Erneut setzte eine Negativserie ein: Es folgten vier Niederlagen hintereinander. Bis heute schaffte es Lieberknecht nicht, das Ruder herumzureißen.

Nun geht’s also wieder nach Kiel. Das gilt allerdings nicht für Andreas Wiegel. Der Rechtsverteidiger zog sich im Training einen Muskelfaserriss in der Wade zu. Man mag gar nicht mehr vom Verletzungspech sprechen: Der MSV verkündete nun bereits den dritten Muskelfaserriss innerhalb von drei Wochen. Immerhin: Lukas Fröde hat diese Verletzung mittlerweile überwunden und gehört dem Aufgebot an. Dies gilt nicht für Kevin Wolze (Muskelfaserriss und ohnehin gesperrt), John Verhoek (Schmerzen im Sprunggelenk), Christian Gartner (neuerdings auch mit muskulären Problemen belastet), Migel-Max Schmeling (Kniebeschwerden), Joseph Baffoe (Kreuzbandriss) und Sebastian Neumann (Aufbautraining).

Der Einsatz von Enis Hajri ist fraglich, weil auch die Muskulatur des 36-Jährigen Probleme bereitet. Bei der Auflistung wird deutlich: Es mangelt an Außenverteidigern. Während des Pressegesprächs am Freitag fiel der Blick auf Yanni Regäsel. Der Mann von der Streichliste trainierte auf dem Rasenplatz am Trainingszentrum vor sich hin. Eine Begnadigung in der Stunde der Not? Lieberknecht schloss dies aus, zumal der Ex-Frankfurter zuletzt lange krank gewesen sei.

In der nächsten Saison wird’s höchstwahrscheinlich nicht nach Kiel gehen. Auch nicht für Torsten Lieberknecht, der beim MSV bleiben will. Der Coach, dessen Vertrag noch ligenunabhängig bis 2021 läuft, weiß, dass er nach einem Abstieg zur Disposition stehen wird. Am Freitag gab er eine Bewerbung für eine Fortsetzung seiner Arbeit ab: „Ich bin mit Eintracht Braunschweig dreimal aufgestiegen. Ich traue mir zu, den Aufbau zu gestalten.“

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