2. Bundesliga: MSV feiert den ersten Heimsieg der Saison.

MSV Duisburg : Der MSV fühlt sich zu Hause wieder wohl

MSV: Die Zebras beenden mit dem 2:0-Erfolg über den SC Paderborn 07 ihren Heimfluch. Einwechselspieler Borys Tashchy macht mit einem Blitztor den Sack zu. Er hat drei lange Monate auf ein Ligator warten müssen.

Ein Heimsieg mit einer Auswärtstaktik. Wenn es mit den gängigen Mitteln nicht klappt, warum nicht das versuchen, was in der Fremde zuletzt gut funktionierte? Das dachte sich Torsten Lieberknecht, Trainer des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, vor dem Gastspiel des SC Paderborn 07 an der Wedau. Der Plan ging auf. Die Zebras gingen defensiv ausgerichtet in die Partie und sicherten sich am Ende mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg über den Aufsteiger den ersten Heimsieg der Saison.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart sprach nach dem Spielende von einem „nicht unverdienten Duisburger Sieg“, aber er trauerte zugleich auch vergebenen Chancen seiner Auswahl hinterher. Der Aufsteiger brachte es auf 61 Prozent Ballbesitz und verbuchte im gegnerischen Stadion 9:1 Ecken. Letzteres belegt, dass sich die Zebras bei gegnerischen Standardsituationen mittlerweile klüger anstellen als noch vor einigen Wochen.

Den MSV-Fans konnte es egal sein, ob die ersten Heimpunkte nun mit einer defensiven oder einer offensiven Ausrichtung auf das Konto gebucht wurden. Torsten Lieberknecht erklärte nach der Partie, dass eine „Hosianna-Einstellung“ gegen „extrem bockstarke Paderborner“ fehl am Platze gewesen wäre. „Es ist nicht verwerflich, so zu spielen“, verteidigte Lieberknecht die Ausrichtung seiner Mannschaft.

Der 45-Jährige wollte mit der im Pokal erfolgreichen Mannschaft auch in der Liga auftrumpfen. Deswegen entschied sich der Fußball-Lehrer dazu, entgegen seiner Ankündigung, doch die Elf, die auf der Alm mit 3:0 siegreich war, aufzubieten.

Auch Cauly Oliveira Souza, der in Bielefeld mit einem „Pferdekuss“ aufgeben musste, konnte sich kurzfristig zur Verfügung stellen. Zwar reichte es am Ende nur für eine gute Stunde, trotzdem war der Einsatz des Brasilianers ein Segen für die Zebras. Der Flügelspieler ebnete in der 24. Minute nach einem Zuspiel von Kevin Wolze – Richard Sukuta-Pasu hatte zuvor den Ball im Mittelfeld erobert – mit dem 1:0 den Weg zum Sieg. Der 23-Jährige knallte den Ball in den Winkel des Paderborner Tores.

In der 33. Minute hätte Richard Sukuta-Pasu auf 2:0 erhöhen können, wenn nicht Schiedsrichter Florian Heft mit seinem einzigen Fehler des Tages die Situation wegen eines Foulspiels, das es nicht gab, abgepfiffen hätte. Zum Glück der Duisburger sah Heft zwei Minuten später alles richtig. Paderborns Marlon Ritter kam im Strafraum zu Fall. Heft pfiff und zeigte Ritter wegen einer Schwalbe die gelbe Karte.

In der 62. Minute machten Oliveira Souza und John Verhoek Platz für Yanni Regäsel und Borys Tashchy. Ein Glücksgriff: Der Paderborner Christian Strohdiek wehrte einen langen Ball der Gastgeber mit dem Kopf ab, Tashchy nahm die Kugel direkt an und knallte sie 14 Sekunden nach seiner Einwechslung zum 2:0 in die Maschen. Was am Samstag schnell ging, hat insgesamt lange gedauert. Der beste MSV-Torschütze der letzten Saison musste drei Monate auf seinen ersten Ligatreffer für die Zebras warten.

Torsten Lieberknecht führte die Zebras mit sieben Punkten aus vier Spielen an die Nichtabstiegsplätze. „Der Weg wird dadurch nicht kürzer“, warnte der Duisburger Coach umgehend nach der Partie. Aber die Zuversicht an der Wedau wächst – auch weil einige Spieler mittlerweile den Weg aus dem Tief gefunden haben. Fabian Schnellhardt, beflügelt durch sein Pokaltor in Bielefeld, lieferte auch gegen Paderborn eine starke Leistung im zentralen Mittelfeld ab.

Schneller geht’s kaum noch: Borys Tashchy (links) traf 14 Sekunden nach seiner Einwechslung zum 2:0. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services/Lars Heidrich
Fabian Schnellhardt lieferte im Mittelfeld eine starke Partie ab. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services/Lars Heidrich
Cauly Oliveira Souza (links) leitete mit seinem Traumtor den Sieg ein. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services/Lars Heidrich

Und Torwart Daniel Mesenhöler durfte sich zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen über ein Spiel ohne Gegentor freuen. Zwar gab es am Samstag den ein oder anderen Wackler, doch am Ende bissen sich die Paderborner bei den Versuchen, ihren Ballbesitz-Fußball mit Toren zu belohnen, am MSV-Schlussmann die Zähne aus.

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