2. Bundesliga: MSV Duisburg kann noch den Klassenerhalt schaffen - so geht's

Abstiegskampf in Liga zwei : So hält der MSV doch noch die Klasse

Mit dem überraschenden Erfolg bei Holstein Kiel hat der MSV Duisburg seine Chance auf den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga gewahrt. Damit es klappt, muss allerdings einiges zusammenkommen.

Fans des MSV Duisburg muss wieder einmal angst und bange sein, denn der Klub steckt mitten in seiner nächsten Depression. Sportlich kämpfen die Meidericher seit Saisonbeginn gegen den Abstieg, wirtschaftlich wäre dieser für den klammen Verein ganz verheerend. Dem Vernehmen nach fehlen dem MSV im Falle eines Abstiegs drei Millionen Euro im Etat. Der Deutsche Fußball-Bund will den Zebras die Drittligalizenz nur erteilen, wenn es den Verantwortlichen gelingt, diese Lücke fristgerecht zu schließen. Als „Tod auf Raten“ hatte Präsident Ingo Wald einen Abstieg in die Drittklassigkeit schon vor Wochen bezeichnet. Apropos Wald: Er steht genauso in der Kritik wie der langjährige Sportdirektor Ivica Grlic, der für die Zusammenstellung des instabilen Kaders verantwortlich zeichnet. Beim MSV passt gerade so ziemlich gar nichts.

Kurzum: Der Klassenerhalt wäre für Duisburg viel mehr als nur die sportliche Rettung.

Die Ausgangsposition

Im Tabellenkeller kennen sich die Zebras mittlerweile aus: An 27 Spieltagen dieser Saison stand der MSV auf einem Abstiegsplatz, 14 davon auf dem letzten Rang. Dort stehen die Zebras mit 28 Punkten auch aktuell. Der Vorletzte Magdeburg hat 30 Punkte, der FC Ingolstadt auf dem Relegationsplatz 32. Der SV Sandhausen steht auf dem ersten Nichtabstiegsplatz und hat 37 Punkte. Der direkte Klassenerhalt ist für den MSV damit nicht mehr möglich. Die Rettung ist nur über die Relegation machbar. Ingolstadt kann noch direkt die Klasse halten.

Wie sieht das Restprogramm aus?

Das schwerste Restprogramm hat wohl der FC Magdeburg, der noch bei Union Berlin und zu Hause gegen den 1. FC Köln ran muss. Union kämpft noch um den direkten Aufstieg in die Bundesliga und braucht jeden Sieg, Köln ist Spitzenreiter und würde den Aufstieg am liebsten mit einem Sieg am letzten Spieltag feiern.

Das leichteste Restprogramm hat der FC Ingolstadt. Die Schanzer müssen noch gegen Darmstadt ran und in Heidenheim. Während es für Darmstadt nur noch um die Platzierung für die Fernsehgelder geht, hat Heidenheim noch die rechnerische Chance auf den Aufstieg.

Das Restprogramm des MSV ist dagegen ein Brocken: Der MSV spielt noch gegen Heidenheim und beim HSV, der unbedingt zurück in die Bundesliga will.

Wer hat also die besten Karten?

Ganz klar der FC Ingolstadt: Er hat die meisten Punkte, das leichteste Restprogramm und jede Menge Aufwind: Am vergangenen Spieltag demütigte der FCI den großen HSV in dessen Arena mit 3:0. Die zweitbesten Karten liegen allerdings auf der Duisburger Seite des Tisches. Denn: Am kommenden Spieltag muss der Hamburger SV beim Tabellenzweiten in Paderborn ran. Verlieren die Hamburger dort und gewinnt Union sein Heimspiel gegen den Vorletzten Magdeburg, geht es für den HSV am letzten Spieltag um nichts mehr. Wegen des klar besseren Torverhältnisses (aktuell 15 Tore mehr) hätte Union die Relegation sicher. Der HSV wäre Vierter und vermutlich endgültig am Boden. Duisburg muss deswegen am nächsten Spieltag nach Paderborn schauen.

So hält der MSV die Klasse

Um Ingolstadt noch zu überholen, muss der MSV seine beiden letzten Spiele gewinnen. Das allein reicht aber nicht: Ingolstadt darf gleichzeitig nur einen Punkt aus den beiden letzten Partien holen. Mit zwei Siegen hätte der MSV 34 Punkte, Ingolstadt mit einem Unentschieden 33. Der FC Magdeburg dürfte in diesem Szenario nicht mehr als drei Punkte holen. Holen die Magdeburger vier, stehen sie bei Punktgleichheit wegen des besseren Torverhältnisses (aktuell 7 Treffer Unterschied) aller Voraussicht nach weiter vor dem MSV. Holt Ingolstadt zwei Unentschieden, stünde auch der FCI wegen des Torverhältnisses sehr wahrscheinlich weiterhin vor dem MSV (aktuell 9 Tore Unterschied).

So steigt der MSV ab

Gewinnt Ingolstadt ein Spiel, ist der Abstieg des MSV besiegelt. Gewinnt der MSV beide Spiele, Ingolstadt holt nur einen Punkt, aber Magdeburg holt mindestens vier Punkte, dann war es das für den MSV wohl auch.

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