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Mönchengladbach: Frauen des 1. FC Mönchengladbach gründen neuen Verein FV Mönchengladbach 2020

Nach Austritt aus altem Klub : Frauen des 1. FC Mönchengladbach gründen neuen Verein

Zukünftig gehen die bisherigen FC-Damen als FV Mönchengladbach 2020 an den Start. Noch ist aber vieles unklar – eine Spielstätte gibt es noch nicht. Auch die Anmeldung im Fußballverband Niederrhein steht noch aus.

Es musste nun alles ganz schnell gehen für die bisherigen Frauen- und Mädchenmannschaften des 1. FC Mönchengladbach. Bis Dienstag, 30 Juni, mussten die Mitglieder der Frauenfußball-Abteilung aus dem Verein austreten, um für die kommende Saison spielberechtigt zu sein. Das ist nun passiert.

Zuvor hatte der 1. FC Mönchengladbach vergangene Woche mitgeteilt, für die Saison 2020/21 die Teams der U17 sowie die erste und zweite Frauen-Mannschaft aus der Bezirksliga und der Niederrheinliga vom Spielbetrieb abzumelden. Daraufhin hatten sich die Abteilungen und die Spielerinnen an die Öffentlichkeit gewandt. Sie starteten eine Petition – die bis Dienstagabend knapp 20.000 Menschen unterschrieben. Die Welle an Unterstützern zog sich durch ganz Deutschland: Sogar Nationalspielerin Alexandra Popp vom VfL Wolfsburg warb für die Unterstützung und teilte den Aufruf zur Petition auf ihrer Instagram-Seite.

Bis zum Wochenende gab es noch mehrere Optionen. Doch die naheliegendste Möglichkeit zerschlug sich schnell: Der 1. FC Mönchengladbach bestätigte noch einmal, dass die drei oben genannten Mannschaften keine Zukunft im Verein haben. „Wir waren natürlich alle sehr geknickt. Wir hatten gehofft, dass wir weiterhin für den Verein spielen können. Für uns gibt es jetzt nur noch die Optionen, sich einem anderen Verein anzuschließen oder selber einen neuen Verein zu gründen. Alles muss natürlich sehr schnell gehen“, sagte Eva Opdenbusch aus der ersten Frauenmannschaft am Montagmorgen. Seit den Abendstunden sind die Würfel nun gefallen. Nachdem sich die Spielerinnen aus allen Mannschaften, angefangen bei der U11 bis hin zu den Frauenmannschaften, zurückgemeldet haben, fand am Montagabend noch eine kurzfristig einberufende Sitzung statt.

Die Botschaft, die aus der Abfrage unter den verschiedenen Teams stattgefunden hatte, war klar: Es soll ein komplett neuer Verein gegründet werden. Dieser wurde dann mit sieben Gründungsmitglieder ins Leben gerufen.

Zukünftig werden die bisherigen FC-Damen als FV Mönchengladbach 2020 e.V. an den Start gehen. Als Vereinsfarben wählten sie blau und weiß. Ralf Vander fungiert zukünftig als 1. Vorsitzender, sein Vertreter ist Uwe Röhrhoff. Den Posten der Geschäftsführerin übernimmt Claudia Vander. Marc Hocks ist Kassierer des neu gegründeten Vereins. Die sportliche Leitung teilen sich Georg Schreiber und Roland Schendzielorz. Weiterhin war auf der Gründerversammlung noch Thomas Schwirn anwesend.

Auf den neuen Verein kommt nun viel Arbeit zu. „Vom Zeitfenster ist das natürlich alles sehr schwierig. Wir müssen sehen, das wir nun eine Spielstätte bekommen. Die ersten Gespräche diesbezüglich laufen bereits. Dann müssen wir unseren Verein noch im Fußballverband Niederrhein anmelden“, sagt Schreiber.

Finanziell fängt man bei null an. Es müssen zudem für alle Mannschaften neue Trikots besorgt werden, es fehlt auch an Trainingsmaterialien. „Wir wissen noch nicht ganz, was auf uns zukommt“, erklärt Schreiber weiter, der gleichzeitig auch Trainer der zweiten Frauenmannschaft ist. Zuvor war er achteinhalb Jahre für den 1. FC als Trainer tätig.

Am kommenden Freitag steht die nächste wichtige Entscheidung an: Bis dahin will sich der Fußballverband Niederrhein (FVN) nämlich äußern, wie es mit den aktuellen Spielklassen aussieht. Im Niederrheinpokal stehen die Frauen im Halbfinale. Auch hier ist noch völlig offen, wie es weiter aussieht. „Wir werden kämpfen und hoffen, dass wir die sportliche Chance bekommen, um in den aktuellen Klassen weiterzuarbeiten. Ich bin froh, dass wir so ein tolles Team haben und auch die einzelnen Mannschaften hinter dem gemeinsamen Vorhaben stehen“, sagt Schreiber.

Der FV Mönchengladbach 2020 e.V. möchte in der ersten Saison sechs Teams stellen und sich offen für die anderen Vereine im Stadtgebiet präsentieren – um gemeinsam den Frauenfußball in Mönchengladbach nach vorne zu bringen.