Michael Zorc, Joachim Löw und Co. fordern Männerfußball: Hört auf mit dem Gerede!

Zorc, Löw und Co. : Hört auf mit dem Gerede vom Männerfußball!

Vor dem Topspiel bei Bayern München forderte ihn Borussia Dortmunds Manager Michael Zorc, jetzt verlangt Bundestrainer Joachim Löw mehr Robustheit. Auch Spieler verlangen immer wieder, man müsse „wie ein Mann spielen“.

Was ist eigentlich Männerfußball? Schwere Frage. Leichter ist es vielleicht anders herum: Was ist eigentlich kein Männerfußball? Jungenfußball? Mädchenfußball? Frauenfußball? Oder das, was die Dortmunder Bundesliga-Mannschaft am vergangenen Wochenende beim 0:4 im Spitzenspiel bei Bayern München anbot? Die BVB-Verantwortlichen ließen diese Antwort jedenfalls ausdrücklich zu, nachdem sie vor der Begegnung mit dem Meister ausdrücklich „Männerfußball“, was immer es sei, angemahnt hatten.

Nun tritt der Bundestrainer an ihre Seite. Joachim Löw hat zwar nicht ausdrücklich vom Männerfußball gesprochen, aber er verlangt mehr Robustheit von seinen Spielern, die vielzitierte „internationale Härte“.

Und schon entstehen schlimme Bilder vor dem inneren Auge – in 30 Zentimeter Höhe herumfliegende Abwehrspieler, furchterregende Verteidiger aus der Bundesliga-Gründerzeit (Otto Rehhagel, Uwe Klimaschefski, Detlef Pirsig), deren Aufgabe darin bestand, die Stürmer buchstäblich mit allen Mitteln daran zu hindern, an ihnen vorbeizuziehen. Das kann ja wohl nicht der ideale Lebenszweck sein.

Der moderne Fußball mit seiner extremen Geschwindigkeit macht Zweikämpfe ohnehin schon zur Zerreißprobe für Muskeln und Bänder. Da muss der herzhafte Behauptungswillen gar nicht mehr ausdrücklich herausgefordert werden.

Vielleicht wollten die Dortmunder und der Bundestrainer auch nur die friedlichsten Feingeister in ihren Mannschaften dazu anhalten, nicht auf jede ernsthafte Berührung des teuren Körpers mit Überschlägen zu reagieren, die einem Kunstturner zur Ehre gereichen würden. Dann, aber nur dann hätte der Aufruf seine Berechtigung. Das gilt für Männer, Jungs, Mädels und Frauen.