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Flaesheims Allianz mit Schalke: Meister Frankfurt will das "Double"

Flaesheims Allianz mit Schalke : Meister Frankfurt will das "Double"

Berlin (rpo). Vor dem Finale um den DFB-Pokal der Frauen im Berliner Olympiastadion, sind die Rollen klar verteilt. Der selbstbewusste Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt baut auf die eigene Stärke, Herausforderer FFC Flaesheim-Hillen vertraut auf die "heilige Allianz" mit dem FC Schalke 04.

"Natürlich ist der FFC als Meister und Cupverteidiger eindeutig der Favorit. Aber Flaesheim hat sich in dieser Saison unglaublich gesteigert und wird es den Frankfurterinnen nicht leicht machen", sagt DFB-Cheftrainerin Tina Theune-Meyer vor dem prestigeträchtigen Endspiel.

Beide Mannschaften brechen bereits am (morgigen) Donnerstag in die Hauptstadt auf, um sich professionell auf das "Spiel der Spiele" vorzubereiten. Schon die Anreise macht die großen Unterschiede des "reichen" Clubs aus der Main-Metropole und des "armen Underdogs" aus dem kleinen westfälischen Haltern deutlich. Während die frisch gebackene Meister-Elf von Trainerin Monika Staab per Lufthansa-Flug nach Berlin einschweben will, hat der Gegner einen Bus gechartert.

Der allerdings ist von Allerfeinsten. Denn der neue, eigens zum Finale und auch für die nächste Bundesliga- Saison gewonnene "Hauptsponsor" ist der große Nachbar FC Schalke 04. So dürfen die Flaesheimerinnen auf ihrer Brust ab sofort nicht nur mit der neuen "Arena AufSchalke" werben, sondern für den Trip nach Berlin auch den hypermodernen Vereinsbus der berühmten Kollegen aus dem nur rund 30 km entfernten Gelsenkirchen benutzen, die am selben Abend um 19.30 Uhr im Männer-Finale gegen Union Berlin antreten. Die "Königsblauen" ihrerseits fliegen erst am Freitag von Köln mit einer Sondermaschine in die Hauptstadt. Die "Allianz" mit Königsblau lag auf der Hand. Denn Flaesheim wird trainiert von Hermann Erlhoff, dem Schalker Ex- Profi, der 1969 mit den "Knappen" im Pokal-Finale stand, damals aber mit 1:2 gegen Bayern München verlor.

Doch nun soll es beim "Vorspiel" mit den Frauen klappen. "Nach unserem Finale werde ich natürlich den Blauen die Daumen drücken", sagt der 56-jährige Erlhoff, der den Fußballerinnen in seiner Ägide eine tolle Entwicklung bescheinigt. "Am Anfang konnte ich im Training noch gut mithalten. Das geht mittlerweile nicht mehr", betont Erlhoff, der am Saisonende aufhört, weil es der Club versäumte, ihm rechtzeitig ein Angebot zu machen.

Mit Abwehrchefin Claudia Mandrysch und Nationalspielerin Kerstin Stegemann stehen auch zwei Akteurinnen mit Final-Erfahrung im Team. Für Mandrysch ist es das 3. Cup-Finale, 1998 gewann sie beim 6:2 des FCR Duisburg über den FSV Frankfurt den Titel. Stegemann unterlag ein Jahr später, ebenfalls mit dem FCR, mit 0:1 gegen den jetzigen Gegner 1. FFC Frankfurt und hofft mit Unterstützung der Schalke-Fans nun auf den Coup. "Die Atmosphäre im Stadion ist schon atemberaubend, wenn noch kein Zuschauer drin ist", schwärmt sie und beruhigt die Gemüter ihrer Mitspielerinnen angesichts der erwarteten Kulisse von 30 000 Fans: "Nach fünf Minuten ist die Nervosität verflogen und man ist konzentriert."

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Sehr selbstbewusst geht der mit vielen Nationalspielerinnen gespickte Favorit aus Frankfurt ins Rennen, der im nächsten Jahr die deutschen Farben beim erstmals von der UEFA ausgetragenen Pokal der Landesmeisterinnen vertreten wird. "Wir haben zwar als Meister schon genug Anlass zu feiern. Aber die Chance auf das Triple, die wollen wir nutzen", sagt Manager Siegfried Dietrich, dessen Elf den dritten Cup-Sieg in Folge nach 1999 und 2000 sowie das "Double" in diesem Jahr anstrebt. Trainerin Staab weiß um die Bedeutung Berlins als Forum für den Frauen-Fußball in Deutschland: "Das Finale ist die beste Gelegenheit, unseren Sport zu präsentieren und für ihn zu werben." Die 85 000 Mark TV-Gelder, die jeder Finalist einstreicht, werden angesichts des Image-Gewinns fast zur Nebensache.

(RPO Archiv)