1. FSV Mainz 05: Platzverweis kommt für Trainer Sandro Schwarz zur Unzeit

Doppel-Gelb mit Konsequenzen : Platzverweis kommt für Mainz-Trainer Schwarz zur Unzeit

Mit seinem Doppel-Gelb bei der Pleite gegen den VfL Wolfsburg hat Sandro Schwarz für eine unrühmliche Premiere gesorgt. Im Kellerduell gegen den SC Paderborn am kommenden Spieltag müssen die Mainzer nun auf ihren Coach verzichten.

Beim Besuch in der Schiedsrichterkabine hatte sich Sandro Schwarz zumindest äußerlich wieder beruhigt. "Wir haben die Dinge in einem vernünftigen Ton geklärt. Er hat seine Sicht der Dinge geschildert, ich meine", berichtete der emotionale Coach des FSV Mainz 05 von der Aussprache mit dem Unparteiischen Felix Brych. Sein unrühmlicher Premieren-Platzverweis bei der 0:1 (0:1)-Heimpleite gegen den VfL Wolfsburg hat für Schwarz dennoch Konsequenzen - und kommt für seinen kriselnde Mannschaft zur Unzeit.

Doppel-Gelb in der Nachspielzeit der umkämpften Partie hatte Schwarz die erste Ampelkarte für einen Trainer der Fußball-Bundesliga beschert. Wie bei Spielern bedeutet dies gemäß der neu eingeführten Regel neben dem Feldverweis auch ein Spiel Sperre. "Das wird eine Situation, mit der man sich nun intensiv beschäftigen muss", gab Schwarz zu. Dass sein Team nach nunmehr fünf Niederlagen aus den ersten sechs Saisonspielen Hilfe vom Spielfeldrand durchaus benötigen könnte, ist ihm schließlich bestens bewusst.

Zu verdanken hat Schwarz die unfreiwillige Auszeit seinem unbeherrschten Auftritt in den hektischen Schlussminuten. Im Zorn über einen vermeintlich falschen Freistoßpfiff war der 40-Jährige zunächst schimpfend aufs Feld gestürmt. Als sich Schiri Brych daraufhin auf den Weg machte, ihn wegen des Verlassens der Coaching-Zone zu verwarnen, applaudierte er höhnisch - und sah dafür prompt die nächste Verwarnung.

"Das war das i-Tüpfelchen auf dem Negativen", beklagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder, warb allerdings um Verständnis für seinen bisweilen aufbrausenden Trainer. Nach dem frühen Wolfsburger Siegtreffer durch Marcel Tisserand (9.) und etlichen vergebenen Großchancen habe Schwarz eben "aus der Emotion heraus" gehandelt. Dabei war jedoch auch Schröder bewusst, dass das Fehlen des Trainers im richtungweisenden Gastspiel bei Schlusslicht SC Paderborn am kommenden Samstag, "auf jeden Fall bitter" ist.

Schwarz selbst gab sich hinterher eher ahnungslos als reuig. "Ich habe nur die Gelben Karten fliegen sehen, dann bin ich in die Katakomben verschwunden. Ich dachte ehrlich, es wäre der Schlusspfiff", sagte er. Wenige Minuten später, nachdem der tatsächliche Abpfiff erfolgt war, war er dann noch einmal schäumend vor Wut aufs Feld gestürmt, um Brych die Meinung zu geigen. "Noch kein Gespräch", sondern eher ein Monolog, sei die Aussprache da gewesen, meinte Schwarz schmunzelnd. Das habe man später allerdings nachgeholt.

Während Mainz nun am kommenden Samstag bei Aufsteiger Paderborn ein echtes Kellerduell erwartet, orientiert sich Wolfsburg nach dem dritten Saisonsieg nach oben. "Das war ein Sieg des Willens", befand Trainer Oliver Glasner stolz. Als einzige Mannschaft neben Tabellenführer Bayern München sind die Niedersachsen noch ungeschlagen und mischen mit bereits zwölf Punkten munter in der Spitzengruppe mit.

(lt/sid)
Mehr von RP ONLINE