Landgericht urteilt: Hooligan darf Ausreise zu Spielen untersagt werden

Landgericht Frankfurt urteilt : Hooligan darf Ausreise zu Spielen untersagt werden

Das Landgericht Frankfurt hat am Montag entschieden, dass Hooligans die Ausreise zu Fußballspielen untersagt werden darf. Ein Anhänger der Fanszene SV Waldhof Mannheim hatte dagegen geklagt.

Hooligans darf die Ausreise zu einem Fußballspiel im Ausland untersagt werden. Dies entschied das Landgericht Frankfurt am Montag, hieß es in einer Mitteilung. Die Bundesrepublik Deutschland habe das Recht dazu, wenn ein deutscher Fan in der Vergangenheit im Rahmen von Fußballspielen erhebliche Gewaltdelikte begangen habe.

Der Kläger gehöre der Fanszene des SV Waldhof Mannheim an, heißt es in der Mitteilung des Landgerichtes. In den Jahren 2015 bis 2017 sei er strafrechtlich bei Fußballbegegnungen in Erscheinung getreten, „teils wegen Sachbeschädigung mit brachialer Gewalt, teils wegen gefährlicher Körperverletzung“. Außerdem beging der Kläger bei einer Partie in Österreich zwischen Eintracht Frankfurt und Leeds United einen Landfriedensbruch.

Im November 2018 wollte der Kläger laut Gericht vom Flughafen Frankfurt nach Zypern fliegen, um sich dort ein Euroleague-Spiel der Eintracht gegen den FC Apollon anzusehen. Bei der Ausreise sei er aufgehalten worden, Bundesbeamte hatten eine Ausreiseuntersagung gegen ihn erlassen.

Daraufhin habe er die Bundesrepublik Deutschland verklagt und Schadenersatz von knapp 300 Euro und 350 Euro Schmerzensgeld gefordert. Die für Staatshaftungssachen zuständige Kammer des Landgerichts Frankfurt hat die Klage abgewiesen.

Das Gericht urteilte, dass die Ausreiseuntersagung rechtmäßig gewesen sei. Einem Deutschen könne unter anderem die Ausreise ins Ausland verweigert werden, wenn dadurch Belange der Bundesrepublik Deutschland gefährdet würden. Gewaltdelikte deutscher Bürger bei Veranstaltungen im Ausland beeinträchtigten deutsche Belange. „Beim Kläger habe die begründete Gefahr bestanden, dass er bei dem Fußballspiel von Eintracht Frankfurt in Zypern Gewalttaten hätte begehen können. Damit hätte er dem Ansehen der Bundesrepublik schweren Schaden zufügen können“, teilte das Gericht mit.

Gegen das Urteil ist Berufung bei dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main eingelegt worden.

(eh/dpa)