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DFB-Kontrollausschuss ermittelt: "Koffer-Affäre": Alemannia Aachen droht Punktabzug

DFB-Kontrollausschuss ermittelt : "Koffer-Affäre": Alemannia Aachen droht Punktabzug

Aachen (rpo). Die "Koffer-Affäre" beim Zweitligisten Alemannia Aachen beschäftigt nun auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Der Alemannia droht unter Umständen sogar ein Punktabzug.

Entgegen den DFB-Richtlinien sollen in beiden Fällen Spielerberater ohne Lizenz des Weltverbandes (FIFA) beteiligt gewesen sein. In diesem Fall sieht der Strafenkatalog eine Verwarnung, ein Bußgeld und/oder Punktabzug für den beteiligten Verein vor. Konkrete Ermittlungen hat der Kontrollausschuss laut Aussage eines DFB-Sprechers allerdings noch nicht eingeleitet. Erst soll die weitere Entwicklung abgewartet werden.

Auf die Vorgänge bei den Transfers von Rudan und Lozanovski hatte die Aachener Staatsanwaltschaft am Samstag mit der Festnahme von Rudan und des ehemaligen Alemannia-Schatzmeisters Bernd Krings reagiert. Beide sollen dem Verein eine Ablösesumme vorgetäuscht haben und sie dann unter sich und zwei Spielerberatern aufgeteilt haben. Der ebenfalls in dieser Angelegenheit festgenommene Spielerberater Hans Hägele soll bis Mitte der Woche von Esslingen nach Aachen überstellt werden.

"Die drei Festgenommenen haben Angaben zum Sachverhalt gemacht, aber kein Geständnis abgelegt", sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Dienstag. Er schloss weitere Verhaftungen aus. Erkenntnisse über weitere unsaubere Transfers gebe es derzeit nicht. "Sollten sich aber aus den Unterlagen Hinweise auf weitere Unregelmäßigkeiten bei anderen Transfers ergeben, werden wir dem nachgehen."

Wie die Vereinsführung bei der Außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montagabend mitteilte, wurde Rudan mittlerweile fristlos entlassen. Der im November im Zuge der "Geldkoffer-Affäre" aus Hans Bay (Präsident), Manfred Grandt (Vize-Präsident) und Krings bestehende zurückgetretene Vorstand wurde erwartungsgemäß nicht entlastet. Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage war auf diesen Tagesordnungspunkt von vornherein verzichtet worden.

Von 372 anwesenden Mitgliedern wurde Theo Lieven ohne Gegenstimme zum neuen Alemannia-Präsidenten gewählt. "Wir hoffen, dass die Ereignisse der vergangenen Monate irgendwann wie ein schwarzer Schatten hinter uns liegen", sagte der 49 Jahre alte ehemalige Unternehmer aus der Computerbranche. Ihm zur Seite werden als Vize- Präsidenten Horst Heinrichs und Wolfgang Hammer stehen. Das Amt des Schatzmeisters übernimmt Carlo Soiron.

(RPO Archiv)