Wunsch von Trainer Heiko Vogel vom KFC Uerdingen kann nicht erfüllt werden

Traumlos in der ersten Runde : Vogels Wunsch ist nicht zu erfüllen

Erstmals seit dem Jahr 2001 zieht der KFC Uerdingen in den DFB-Pokal ein. Der 2:1-Sieg über den Wuppertaler SV ist verdient, auch wenn der Favorit in den Schlussminuten wankt.

Heiko Vogel ist ein intelligenter Bursche. Das Studium der Sportwissenschaften in München hat er abgeschlossen und im Fußball kennt er sich bestens aus. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist er mit Leib und Seele dabei. Er liebt den Pokal. Dieser Wettbewerb, in dem sich Kleine und Große messen, in dem der Außenseiter über den Favoriten triumphieren kann, weil in einem einzigen Spiel über Wohl und Wehe entschieden wird, hat es ihm angetan. Und zum Reiz des Pokals trägt natürlich bei, dass Dritt-, Viert- oder Fünftligisten immer Heimrecht haben.

Als Heiko Vogel wenige Minuten nach dem 2:1-Sieg gegen den Wuppertaler SV im Finale um den Niederheinpokal gefragt wird, gegen wen er denn in der ersten Runde des DFB-Pokals spielen wolle, antwortet er: „Gegen Bayern München in der Allianz-Arena.“ Dass er sich die großen Bayern als Gegner wünscht, ist verständlich. Schließlich hat er mehr als ein Jahrzehnt lang für die Roten gearbeitet. Doch mit dem Spielort wird es schwierig – zumindest noch in der kommenden Saison, in der der KFC als Drittligist Heimrecht genießt.

Das Pokalfinale hatte Vogel Nerven gekostet, obwohl er Endspiel-erfahren ist. Schließlich war es sein dritter Pokalsieg, wenngleich die beiden ersten mit dem FC Basel 2012 und Sturm Graz 2018 noch etwas höher einzuschätzen sind. „Es war mein erstes Spiel in dem Wettbewerb“, sagte er und erinnerte daran, dass er erst seit dem 30. April beim KFC als Trainer fungiert. „Deshalb gehört der Titel der Mannschaft.“ Die feierte den hart erarbeiteten Sieg ausgelassen.

„Wir sind nicht optimal in die Partie gekommen“, erinnerte Vogel an den frühen Rückstand nach einem Missverständnis zwischen Dominic Maroh und Christian Dorda. „Der Trainer hat uns vor dem Spiel gesagt, dass hier alles passieren kann. Wir müssen nur zurück schlagen“, berichtete Patrick Pflücke. Das gelang. Der schnelle Ausgleich durch Roberto Rodriguez hatte die Nerven beruhigt, der Treffer durch Osayamen Osawe für die Entscheidung gesorgt. Dass die Wuppertaler in der Schlussphase zwei, drei beste Möglichkeiten vergaben, passte in die Rubrik „Glück des Tüchtigen“, denn der KFC war die bessere Mannschaft und hatte zuvor nichts zugelassen.

Aber nicht nur Vogel, auch die Spieler haben den Niederrheinpokal erstmals gewonnen. „Titel ist Titel“, sagte Dominic Maroh wertschätzend. „Wenn man die Unterstützung durch die Fans sieht und wie sich unser Zeugwart Bossi gefreut hat, der den KFC verkörpert, dann sagt das alles.“ Doch bei aller Freude übte der Abwehrchef berechtigte Selbstkritik: „Wenn wir cleverer und effizienter spielen, hat der WSV keine Chance. Wir müssen das bei unserer Qualität, die wir in der Mannschaft haben, anders herunter spielen.“

Heiko Vogel weiß das auch, doch an dem Tag interessiert ihn das nur noch am Rande. „Wir hatten ein Spiel, das mussten wir gewinnen und das haben wir gewonnen. So ist das im Pokal.“ Für ihn war es das erste Spiel im Niederrheinpokal. Jetzt folgt sein erstes im DFB-Pokal. Die Auslosung der ersten Runde erfolgt am 15. Juni.

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