KFC Uerdingen: "Wir werden Meister"

KFC Uerdingen: "Wir werden Meister"

Der Kapitän des KFC Uerdingen, Erhan Albayrak, ist davon überzeugt, dass sein Team am Sonntag Meister wird. Dann würde der 34-Jährige gerne noch eine Saison dranhängen, sonst beendet er seine Karriere.

Einmal muss der KFC Uerdingen noch siegen, dann ist der Aufstieg perfekt. Gewinnen Sie in Wuppertal?

Erhan Albayrak Davon gehe ich aus. Das lassen wir uns nicht mehr nehmen. Wir haben es jetzt selbst in der Hand, Meister zu werden, und das werden wir auch. Wenn wir gewinnen, müssen wir weder auf TuRU schauen noch darauf, wie der Verband das abgebrochene Spiel wertet.

In den vergangenen Jahren hat der KFC aber in entscheidenden Spielen häufig versagt, zum Beispiel beim Abstieg in die Verbandsliga. Was ist diesmal anders?

Albayrak In erste Linie ist da der Trainer zu nennen. Ohne Peter Wongrowitz würden wir nicht dort stehen, wo wir jetzt sind. Er sorgt dafür, dass wir als Mannschaft zusammenhalten und auch für den Zusammenhalt zwischen uns, dem Vorstand und natürlich auch den Fans. Er weiß, wie man mit jungen Spielern umgehen muss, und hat große Erfahrung.

Auch mit den Älteren wie Ihnen?

Albayrak Ja, das kann ich nicht anders sagen. Ich habe in meiner Karriere bei so vielen Vereinen gespielt, hatte über 300 Einsätze in der Süper Lig (1. türkische Liga, die Red.) und 50 in der Bundesliga, hatte bestimmt 30, 40 verschiedene Trainer — aber Peter ist sicherlich einer der besten, die ich je gehabt habe.

Wie gehen Sie mit dem Druck um?

Albayrak Mal ehrlich: Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren in Uerdingen, und den Druck hast du bei jedem Spiel. Im Grunde genommen ist das also nicht anderes als sonst auch.

Nun heißt es ja, dass Ihr Gegner am Sonntag, der Wuppertaler SV II, Verstärkungen aus der Regionalliga-Mannschaft bekommen wird.

Albayrak Na und? Wir sind Spitzenreiter.

Klingt überheblich.

Albayrak Nein, so ist es gar nicht gemeint. Wuppertal hat sicher eine gute Mannschaft, aber wir kennen den WSV und wissen, wie es ist, wenn fünf, sechs nach unten kommen. Natürlich geht es für Wuppertal um nichts mehr, aber ich denke schon, dass die uns ein Bein stellen wollen. Ich kann mir auch vorstellen, dass für deren Mannschaft von Dritten noch ein Extrabonbon drin ist. Aber wir sind zuversichtlich.

Hatten Sie im Laufe der Saison mal das Gefühl: "Das war es mit dem Aufstieg?"

Albayrak Ja, nach dem Ratingen-Spiel. Ich bin mit meiner Freundin nach Hause gefahren und habe nur gedacht: "Das war's." Da war für mich die Saison schon abgeschlossen. Zum Glück hat TuRU uns am Leben gehalten. Im Grunde waren wir da doch schon tot.

Wenn Sie es schaffen sollten: Haben Sie ein wenig Mitleid mit TuRU?

Albayrak Naja, im Grunde haben es beide Mannschaften verdient aufzusteigen. Wir haben beide über 80 Punkte in einer Saison geholt, das ist schon Wahnsinn. Und: TuRU hat eine gute Mannschaft, vor der man den Hut ziehen kann.

Wie bereiten Sie sich auf das Spiel am Sonntag vor?

Albayrak Soweit ich weiß fahren wir noch ins Trainingslager.

Bekommen Sie eigentlich während des Spiel Informationen über den Spielstand von TuRU gegen den VfR Fischeln?

Albayrak Nein, warum auch? Wir wissen, dass wir gewinnen müssen und müssen also nur auf uns schauen. Alles andere würde nur ablenken. Ein 1:0 reicht uns, und dann spielen wir in der nächsten Saison in der NRW-Liga.

Mit Ihnen?

Albayrak Also, wenn wir aufsteigen, würde ich schon gerne noch ein Jahr dran hängen, allein schon, weil es im nächsten Jahr einfacher wird, noch mal aufzusteigen. Aber bislang hat es darüber noch keine Gespräche gegeben.

Und falls der Aufstieg nicht klappt?

Albayrak Dann höre ich auf. Ich bin jetzt 34 Jahre alt, mache gerade meine Trainer-C-Lizenz. Und gerne würde ich danach auch beim KFC bleiben. Ich habe die Stadt und die Fans in mein Herz geschlossen. Ich fühle mich hier einfach wohl.

Was ist das Besondere am KFC Uerdingen?

Albayrak Ganz einfach: Er gehört mindestens in die Dritte Liga, sowohl von der Stadt als auch vom Stadion, den Fans und der Tradition her. Ich bin mir sicher: Der KFC ist ein schlafender Riese, und wir sind gerade dabei, ihn aufzuwecken.

Oliver Schaulandt führte das Gespräch

(RP)
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