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Wie der KFC Uerdingen Präsident Mikhail Ponomarev den Abschied versüßt

Am Mittwoch bei Viktoria Köln : KFC Uerdingen versüßt Mikhail Ponomarev den Abschied

Am Mittwoch sind die Uerdinger bei Viktoria Köln zu Gast. Ein oder zwei personelle Änderungen könnte es aufgrund taktischer Überlegungen oder der hohen Belastung in der englischen Woche geben.

Wenn eine Ära endet, so vollzieht sich dieser Prozess nur in Ausnahmefällen reibungslos. Das ist beim KFC Uerdingen natürlich nicht anders, wo Präsident Mikhail Ponomarev seinen Rückzug angekündigt hat - spätestens zum Saisonende, wenn möglich früher. Das hängt davon ab, wie schnell der Verkauf seiner Anteile vonstatten geht.

In den vergangenen Tagen gab es viele Schlagzeilen: wegen der Weigerung des Stadtrates, die Grotenburg in umfassenderer Form zu sanieren, wegen zurückgehaltener Mietzahlungen, wegen rückständiger Spielergehälter. Auch für Ponmarev ist das unschöne Begleitmusik in einer wirtschaftlich schwierigen Phase inmitten der Corona-Pandemie. Aber der KFC-Präsident ist willens, den Verein den neuen Eignern vernünftig zu übergeben - aus doppeltem Grund: zum einen möchte er seine Anteile bestmöglich verkaufen, zum anderen nach einem ordentlichen Ausscheiden beim KFC sich woanders betätigen.

Ponomarevs Entscheidung, beim KFC spätestens im Juni 2021 auszusteigen, ist keine Überraschung. Das hat er bereits 2018 angekündigt. Der Entschluss, dies auch in die Tat umzusetzen, fiel nicht über Nacht, sondern ist gereift. Sie dürfte dem Investor ob der vielen Widrigkeiten in Krefeld nicht besonders schwer gefallen sein. Und weil ein solcher Eigentümerwechsel einer gründlichen Vorbereitung bedarf, wurde damit schon vor einigen Monaten begonnen. Inzwischen dürfte er sich in der finalen Phase befinden, denn ansonsten hätte ihn Ponomarev kaum publik gemacht.

Dass die Mannschaft in den zurückliegenden Wochen gute Leistungen gezeigt hat, dürfte Ponomarev den Abschied zumindest etwas versüßen. Er kann zumindest sportlich ein ordentliches Produkt feilbieten. Fünf Punkte Rückstand auf Rang drei, sechs Zähler auf Platz zwei – das ist kein großer Abstand, wenngleich in der unberechenbaren Liga nahezu alles möglich erscheint.

Nachdem die Uerdinger die erste englische Woche, in der sie nur einen Punkt holten, vermasselt haben, wollen sie in der zweiten einen Kontrapunkt setzen. Der Auftakt ist gegen Türkgücü München (1:0) geglückt, es folgen die beiden Spiele bei Viktoria Köln (Mittwoch, 19 Uhr) und gegen den 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 14 Uhr). Sollten sie für die Blau-Roten erfolgreich enden, würde dies zu ruhigeren Weihnachtstagen und einem harmonischen Jahreswechsel beitragen.

Eine Veränderung wird es im Kader geben, den Kolja Pusch ist nach abgelaufener Sperre wieder spielberechtigt. Ob es eine Veränderung in der Anfangsformation gibt, darauf wollte sich Trainer Stefan Krämer nicht festlegen. „Von der Leistung her gibt es keinen Grund für eine Veränderung“, sagt er. „Es kann aber ein oder maximal zwei Änderungen aufgrund taktischer Überlegungen oder wegen der Belastungssteuerung geben.“ Möglich scheint, dass Muhammed Kiprit von Beginn an für Adriano Grimaldi stürmt und Kolja Pusch anstelle von Peter van Ooijen oder Mike Feigenspan zum Einsatz kommt.