Uerdinger Fans sind restlos bedient

Fehlstart ins neue Jahr : Uerdinger Fans sind restlos bedient

Die Bedingungen, unter denen der KFC arbeitet, sind unerträglich. Die Fans gehen auf die Barrikaden, die Mannschaft blamiert sich.

Es war ein gebrauchter Tag – für die Fans, für die Mannschaft, für Jean-Manuel Mbom. Der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler, der in dieser Saison auf Anhieb zum Stammspieler geworden war, erlebte seinen unerfreulichsten Tag im Trkiot des KFC Uerdingen. Bei der 0:3-Pleite gegen den FC Bayern München II bot er eine schwache Leistung. Damit stand er freilich nicht alleine, denn die gesamte Mannschaft versagte.

Doch der U20-Nationalspieler, der ansonsten durch Lauffreude besticht, stand gleich zwei Mal im Rampenlicht. Zunächst schaute er gemeinsam mit Roberto Rodriguez zu, wie Joshua Zirkzee den genialen Pass auf seinen Mitspieler Oliver Batista Meier spielte, der zum 0:2 einschoss. Und dann genügten zwei Aktionen, um die Aufholjagd nach nur sieben Minuten in der zweiten Halbzeit vorzeitig abzublasen. Innerhalb von nur fünf Minuten kassierte Mbom zwei Gelbe Karten und durfte somit vorzeitig unter die Dusche gehen.

Es stach ins Auge, dass die Partie im Mittelfeld verloren wurde, wo die Uerdinger einfach keinen Zugriff bekamen. Dies ist umso mehr verwunderlich, da sich dort Talente gegenüberstanden. Zumindest an diesem Tag gab es aber einen Klassenunterschied, denn Mbom, Boubacar Barry und Patrick Pflücke waren ihren Alterskameraden deutlich unterlegen. „Wir müssen aus diesem Spiel lernen“, forderte Kapitän Assani Lukimya. „Heute haben die Grundtugenden gefehlt.“

Während von den Verantwortlichen des KFC nicht ein einziger über die Trainingsbedingungen oder das geflopte Trainingslager sprach, war es natürlich ein Thema unter den Fans. Auch sie wissen natürlich, dass all das nichts mit der Niederlage zu tun hat. Sie machten ihrem Unmut bereits vor dem Spiel Luft mit einem großen Banner auf der Nordtribüne, auf dem sie auf die Zustände in Krefeld hinwiesen.

Die Fans machen ihrem Unmut Luft: Seit 20 Monaten kein Heimspiel – kein Sanierungsbeginn in Sicht – kein Trainingsplatz in der Heimatstadt: Drittligawürdige Verhältnisse in Krefeld schaffen – jetzt! Foto: Schims

Präsident Mikhail Ponomarev hat den Verein innerhalb von nur drei Jahren aus der fünften in die dritte Liga geführt. Eigentlich wollte er in dieser, spätestens in der kommenden Saison in die Zweite Liga aufsteigen. Doch immer mehr rückt die Frage in den Vordergrund: Ist das in Krefeld überhaupt möglich? Kann die Stadt, in der immerhin 225.000 Menschen leben, einem Profiverein Heimat sein? Die einen verweisen darauf, dass die Stadt arm ist; die anderen, dass doch möglich sein sollte, was in weitaus kleineren Städten und Gemeinden wie Sandhausen, Heidenheim oder Aue möglich ist.