Uerdingens Trainer Krämer empfiehlt Überlebens-Strategie

Startschuss gefallen : KFC auf dem Weg in die neue Saison

Zum Trainingsauftakt des Fußball-Drittligist stehen 19 Feldspieler und drei Torhüter auf dem Platz. Stefan Aigner, Christian Dorda und Christopher Schorch kommen Ende der Woche hinzu. Maurice Littka fällt wochenlang aus.

Geduldig warten über 60 Kiebitze auf der Tribüne des Stadions Grotenburg. Als die Mannschaft dann endlich um 11.16 Uhr aus der Kabine kommt und den Rasen betritt, brandet Beifall auf. Die Aufsteiger werden mit herzlichem Applaus begrüßt. Willkommen zur Saison 2018/19 in der Dritten Liga. „Ich freue mich einfach riesig“, sagt Nikolas Weinhardt, zweiter Vorsitzender des KFC Uerdingen. „Es geht alles so schnell. Von meinem Gefühl her ist es noch gar nicht lange her, dass wir um die Meisterschaft gekämpft haben und die Relegationsspiele hatten. Und jetzt beginnt das Training und die neue Saison.“

Die Vorfreude steht Trainer Stefan Krämer deutlich ins Gesicht geschrieben, als er den Rasen betritt. Seine Augen strahlen, er lächelt, ganz so, als sei ein Traum wahr geworden. Das ist es in gewisser Weise auch, denn wer konnte schon erahnen, dass die Blau-Roten zwölf Spiele in Folge gewinnen würden? Aber das war tatsächlich notwendig, um in die Dritte Liga aufzusteigen.

Der Coach und das neue Sextett (von links): Nerciwan Khalil Mohammad, Ali Ibrahimaj, Manuel Konrad, Stefan Krämer, Dennis Daube und Robert Müller. Foto: Thomas Schulze

Die Freude der Spieler ist gegeben, aber vielleicht nicht ganz so groß, weil sie wissen, dass jetzt vier anstrengende Wochen auf sie zukommen. Die Vorbereitung ist kein Zuckerschlecken, sondern mit Schweiß und Strapazen verbunden. Aber sie wissen auch, dass in dieser Zeit die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison gelegt werden.Schon die erste Trainingseinheit hat es in sich. 90 Minuten lang werden die Spieler über den Rasen gescheucht, bei hohem Tempo und kurzen Pausen. Von Ausdauerläufen über die Felder und durch die Wälder hält Krämer nichts. „Ich bin kein Trainer der laufen lässt. Bei mir dauert kein Lauf länger als drei Minuten“, sagt er. „Aber wir arbeiten von der ersten Minute an mit Vollgas. Das mag für den ein oder anderen neuen Spieler gewöhnungsbedürftig sein, aber  das werden sie schnell verinnerlichen.“

Bevor die Spieler das erste Mannschaftstraining aufnahmen, wurde überprüft, ob sie auch im Urlaub ihre Hausaufgaben gemacht hatten. „Mit den Ergebnissen bin ich hochzufrieden“, meinte der Coach. „Die Tendenz ist, dass der ein oder andere eher zu viel als zu wenig gemacht hat.“

Trainer Stefan Krämer während des Trainings im Gespräch mit seinem Mannschaftskapitän Mario Erb. Foto: Lammertz/Lammertz, Thomas (lamm)

Das wiederum ist aus Krämers Sicht nicht nur geboten, sondern absolut notwendig. „Wer die Hausaufgaben nicht erledigt hat, hätte keine Chance zu überleben“, sagt der Coach. Das sagt er vor allem mit Blick auf das Trainingslager, das der KFC vom 3. bis 11. Juli in Österreich absolviert. „Da werden die Spieler schon gefordert und an ihre Grenzen gehen müssen.“

Vier Spieler fehlten zum Auftakt des Mannschaftstrainings, drei werden Ende der Woche aber dabei sein: Stefan Aigner hat noch Formalitäten in den USA zu erledigen, Christian Dorda klagt über Rückenprobleme und Christopher Schorch hat sich eine Fleischwunde zugezogen. Allerdings gibt es auch schon einen Langzeitverletzten: Maurice Litka, der vom FC St. Pauli ausgeliehen ist, erlitt im Schwimmbad einen mehrfachen Bänderriss in der Schulter, wurde am Montag operiert und wird mehrere Wochen ausfallen.

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