Uerdingens Torjäger Maximilian Beister wird jetzt gejagt

Interessenten trotz Vertrags bis 2020 : Beister schießt sich in den Fokus

Der 28 Jahre alte Stürmer hat mit seinen Leistungen und bislang elf Saisontoren das Interesse anderer Klubs geweckt. Vom KFC Uerdingen gibt es noch keine Signale in Richtung Vertragsverlängerung.

Im Fußball ist das mit Verträgen so eine Sache. Das gilt nicht nur für Trainer, die sehr oft vorzeitig gehen müssen, sondern auch für Spieler. Das liegt vor allem daran, dass sie nach Ablauf einer Vertragsdauer ablösefrei wechseln können. Will ein Verein also eine Ablösesummer erzielen, so muss er zusehen, dass der Vertrag vorzeitig verlängert wird.

Ein schönes Beispiel ist Timo Werner von RB Leipzig. Der Vertrag des Nationalspielers läuft noch bis zum Sommer 2020, also noch eine Saison. Manager Ralf Rangnick drängt daher auf eine Vertragsverlängerung, denn ansonsten könnte der begehrte Torjäger in einem Jahr ablösefrei gehen. Verlängern oder sofortige Trennung – so lautet daher das Motto in Leipzig. Und da Werner gesagt hat, dass er nicht verlängern möchte, deutet nun alles darauf hin, dass er im Sommer für eine zweistellige Millionensumme wechselt – zum Beispiel nach München oder ins Ausland.

Ganz ähnlich gelagert ist der Fall bei Maximilian Beister, wenngleich die Summen etwas niedriger sind. Auch der Vertrag des Torjägers beim KFC Uerdingen läuft bis zum Sommer 2020. Mit seinen Leistungen und bisher elf Saisontoren hat er längst das Interesse anderer Vereine geweckt. Schon im Winter gab es eine Anfrage, doch der KFC winkte damals ab. Verständlich, dass er seinen Torjäger Nummer eins nicht verkaufen wollte, lag er doch in der Spitzengruppe und hegte noch Aufstiegshoffnungen.

Und nun? „Vom Verein ist noch keiner auf mich zugekommen“, antwortete Beister auf eine mögliche Vertragsverlängerung angesprochen. Er genoss seinen freien Tag, an dem er sich jedoch auch körperlich betätigte – auf dem Tennisplatz. „Ich nutze das gerne als Ausgleich. In Sachen Vertrag kann er entspannt in die Zukunft blicken und muss sich nicht sorgen. „Maxi spielt eine sehr gute Saison und mit seiner individuellen Qualität kann er in jedem Spiel den Unterschied ausmachen“, sagt sein Berater Marcus Noack. „Er ist sehr ehrgeizig und möchte noch mal dorthin, wo er schon mal war. Dieses Ziel treibt ihn an.“

Beister war schon überall: ganz oben bei Fortuna Düsseldorf und dem Hamburger SV, aber auch ganz unten bei 1860 München, Mainz 05 und Australien. KFC-Präsident Mikhail Ponomarev vertraute Beister und dessen Willen, noch einmal hochklassig Fußball zu spielen; und Beister vertraute Ponomarev und dessen Willen, den Traditionsverein wieder nach oben zu führen. Eine Win-Win-Situation, die Rechnung ging tatsächlich auf.

Doch geht es in der Zusammenarbeit weiter? Oder wird Beister im Sommer vorzeitig gehen? Der wirtschaftliche Erfolg wäre gegeben, aber angesichts einer festgeschriebenen Ablösesumme überschaubar. Und der KFC würde seinen erfolgreichsten Torjäger verlieren. Was läge da näher, als zu verlängern, um auch künftig von den Toren zu profitieren und eventuell eines Tages eine höhere Ablösesumme zu kassieren? Beister ist gesprächsbereit: „Ich kann mir das grundsätzlich vorstellen, schließlich hatten wir eine sehr erfolgreiche Zeit. Allerdings wäre die mittelfristige Planung des Vereins dabei sehr wichtig.“

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