Fußball : Bittroff sitzt nicht im Bus nach Würzburg

Der rechte Verteidiger bekommt nach der 1:3-Niederlage gegen Unterhaching eine Pause. Jan Holldack ist eine Alternative.

Kein Trainer lässt sich gern in die Karten schauen. Kaum einer legt sich bereits einen Tag vor dem Spiel öffentlich auf die Startformation fest. Die Spieler erfahren manchmal ein, zwei Tage vor der Begegnung, ob sie dabei sind, manchmal aber auch erst in der Mannschaftssitzung zwei, drei Stunden vor der Partie. Das ist von mehreren Faktoren abhängig: von der Bedeutung des Spiels, vom Trainer, vom Gegner, manchmal sogar - so banal es klingt - vom Wetter oder vom Gefühl.

Uerdingens Trainer Stefan Krämer ist da keine Ausnahme. „Wir werden auf jeden Fall etwas ändern“, hatte er am Donnerstag angekündigt. „Auf einer Position sind wir uns schon sicher. Es kann aber auch gut sein, dass es nicht dabei bleibt und wir auf zwei, drei Positionen Veränderungen vornehmen.“ Welche wollte er natürlich nicht verraten, auch nicht die eine, bei der er sich schon festgelegt hatte.

Dem Geheimnis kamen wir aber beim Abschlusstraining auf die Spur. Und spätestens bei der Abfahrt des Busses um 13.30 Uhr herrschte zumindest auf der einen Position Gewissheit: Alexander Bittroff stieg nämlich nicht in den Bus ein. Er ist das erste Opfer der 1:3-Auftaktniederlage gegen die Spielvereinigung Unterhaching und der daraufhin vorgenommenen Veränderungen. Der Verteidiger dürfte überrascht gewesen sein, war er doch in der vergangenen Saison in der Viererkette gesetzt. Lediglich in zwei Spielen stand er nicht auf dem Feld - gegen Bonn (2:1) und wegen einer Gelbsperre gegen Oberhausen (4:2). „Wir haben in Jan Holldack einen jungen Spieler, der auf der Position eine gute Alternative ist“, erklärte Krämer.

Dass der Coach eine Veränderung in der Viererkette vornimmt, kommt nicht überraschend nach den drei Gegentoren. Die Abwehrformation war gegen Unterhaching gegenüber der vergangenen Saison der einzige unveränderte Mannschaftsteil gewesen. Und da das Herzstück mit Kapitän Mario Erb und Christopher Schorch - trotz seines Fehlers - zumindest vorerst unangetastet bleiben sollte, blieb nur die Veränderung auf der Außenposition.

Neben Bittroff gehört diesmal auch Mohammad nicht dem Kader an, der zuletzt auf der Bank gesessen hatte. Dafür durften Özguhan Kefkir und Lucas Musculus den Bus besteigen, die beim Auftakt auf der Tribüne geschmort hatten. Fünf Spieler gehören zum zweiten Mal in Folge nicht zum Kader: Robert Müller, Dennis Chessa, Florian Rüter, Kai Schwertfeger und Joshua Endres. Sie werden sich im Training richtig rein knieen müssen, um den Sprung von der Tribüne in den Kader zu schaffen.

Eines zeigen die Veränderungen aber ganz deutlich: Krämer lässt in Würzburg keinen Beton anrühren. Auch Spieler sind nicht etwa geknickt. „Wir werden nicht defensiv spielen“, sagt Stefan Aigner. „Wir fahren nach Würzburg, um zu gewinnen.“ Da darf der KFC aber nicht wieder drei Gegentore kassieren, oder? „Dann müssen wir eben vier schießen.“ Das aber würde Torhüter René Vollath ganz und gar nicht schmecken: „Kein Gegentor kassieren und gewinnen, das ist unser Ziel.“ So spricht gewiss nicht jeder Aufsteiger, der mit einer Niederlage gestartet ist und ein Auswärtsspiel vor der Brust hat.