Uerdingen: Trainer Krämer sperrt seinen Freund Koschiat aus

Dritte Liga : KFC muss dagegen halten

Nach zwei Niederlagen in Folge wollen die Uerdinger am Samstag bei Fortuna Köln verhindern, dass sie punktlos die englische Woche beenden und daraus eine Schwarze Serie wird. Trainer Stefan Krämer bleibt gelassen.

Jetzt ist doch tatsächlich etwas passiert, womit schon manch einer nicht mehr gerechnet hatte: Der KFC Uerdingen hat zwei Spiele in Folge verloren. Das ist für einige deshalb eine Überraschung, weil das schon ziemlich lange nicht mehr der Fall war und sie glaubten, diese eigentlich unglaubliche Erfolgsserie werde mit Hilfe der Verstärkungen so fortgeschrieben.

Erstmals seit 928 Tagen haben die Uerdinger zwei Spiele in Folge verloren. Das haben die Statistiker heraus gefunden. Vor zweieinhalb Jahren hatten sie in der Oberliga das Nachsehen. Zunächst verloren sie am 28. Februar 2016 mit 0:1 bei der Spielvereinigung Essen-Schonnebeck, dann am 12. März 0:2 zu Hause gegen den Wuppertaler SV.

„Wer gedacht hat, wir gewinnen auch die nächsten 50 Spiele, der liegt schief. Aber das war mir klar“, sagt Trainer Stefan Krämer. „Wir hatten eine unglaubliche Erfolgsserie, es lief monatelang nahezu perfekt. Deshalb freue ich mich nicht über die Niederlagen, aber dass so eine Phase kommt, war klar.“

Bei aller Gelassenheit ist der Fußballlehrer aber daran interessiert, dass der Erfolgsserie nun keine Negativserie folgt. „Wenn man zwei Spiele in drei Tagen verliert, ist das zwar doof, aber normal“, sagt Krämer, der aber noch nicht als Psychologe tätig werden muss. „Auf die Couch müssen die Spieler noch nicht. Aber es darf natürlich auch kein Negativlauf werden. Am Samstag wollen wir das unterbrechen und punkten, dann sind die zwei Niederlagen auch kein Drama.“

Beim 1:2 gegen Zwickau war die Leistung besser als in Karlsruhe (0:2), aber nicht gut. Aus dem Spiel heraus hatten die Uerdinger nichts zugelassen, aber beide Gegentore nach Standardsituationen kassiert. „Wir müssen Standardsituationen nicht nur besser verteidigen, sondern möglichst vermeiden“, fordert Torhüter René Vollath.

Dass die Mannschaft von den Fans trotz der Niederlage mit Applaus verabschiedet wurde, zeigt, dass sie sich in den vergangenen Monaten viel Kredit erarbeitet hat. „Die Fans haben ein feines Gespür dafür, wann Unmutsäußerungen angebracht sind und wann nicht“, meint Krämer. „Auch während des Spiels gab es keine Pfiffe, weil die Fans gespürt haben, dass es nicht an Einsatz oder Wille mangelt.“

In Köln trifft Krämer auf einen Freund – Uwe Koschinat. „Wir haben gemeinsam den Fußballlehrer gemacht und haben ähnliche Vorstellungen“, berichtet der Uerdinger Coach, der den Kollegen dennoch überraschen möchte. Deshalb wird heute hinter verschlossenen Stadiontoren trainiert. „Die werden sicher jemanden vorbei schicken“, vermutet Krämer, der in der Domstadt unbedingt punkten will. „In der ersten englischen Woche haben wir alle neun Punkte geholt, da hätte es einen gewissen Charme, wenn wir in der zweiten nicht null Punkte holen“, sagt er und kündigt an: „Wer die Mannschaft abschreibt, weil sie zwei Mal verloren hat, der wird sich wundern.“

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