Uerdingen: Torhüter Vollath muss sich in Karlsruhe steigern

Dritte Liga : Vollath ist selbstkritisch

Erst unterläuft ihm ein Fehler, den er gerade noch ausbügelt, doch anschließend wirkt er unsicher. Der 28 Jahre alte Torhüter des KFC Uerdingen will sich am Samstag wieder von einer anderen Seite zeigen.

René Vollath sah es nüchtern, als er auf die Szene nach 5:25 Minuten angesprochen wurde. Da hatte der Torhüter des KFC Uerdingen ein Dribbling gegen Pascal Sohm verloren. Doch der Torjäger nutzte die Chance nicht und scheiterte mit seinem Schuss an dem dann glänzend parierenden Vollath. Das war noch einmal gut gegangen – und irgendwie typisch für das Spiel, das die Krefelder 2:1 gewannen, obwohl sie sicherlich nicht die bessere Mannschaft waren.

„Es war kein guter Tag“, gestand Vollath. „Ich habe einen Wackler gemacht und wollte ihn ausspielen anstatt den Ball einfach weg zu schlagen.“ Dass er die Aktion noch gerettet und das mögliche Tor zum Rückstand verhindert hat, dafür mochte er sich nicht loben. „Man kann auch mal einen schlechten Tag haben. Da heißt es Mund abputzen und fertig.“ Doch der Keeper ist auch selbstbewusst genug, um nicht zerknirscht zu sein. So urteilte er über den Sieg mit Blick auf die gesamte Saison: „Am Ende ist es Qualität und kein Glück.“

Mag sein, dass Vollaths frühe Aktion, mit der er das Glück an diesem Tag herausgefordert hatte, so etwas wie die Schlüsselszene des Uerdinger Spiels war. Es herrschte weit verbreitet das Gefühl: Wir machen das schon. Es war jedoch eine gefährliche Gratwanderung, bei der das Selbstbewusstsein in Überheblichkeit umzuschlagen drohte, die Sicherheit in Arroganz.

Und als die lauffreudigen und giftigen Gäste auch in Unterzahl einfach nicht aufgaben und ihre Chance witterten, reagierte der KFC ob dieser Unverschämtheit sichtlich verstört – er kam nicht mehr recht ins Spiel. „Man kann nicht auf Knopfdruck den Hebel umlegen“, sagte Trainer Stefan Krämer. Der Ausgleich nach einer Stunde rüttelte sein Team durch und wach – gerade noch rechtzeitig. „Vielleicht haben wir den Ausgleich gebraucht, um aufzuwachen“, meinte Stefan Aigner, der das erste Tor erzielt und das zweite vorbereitet hatte. „Es war ein schwieriges Spiel, das viel Nerven gekostet hat“, gestand Oguzhan Kefkir, Schütze des zweiten Treffers.

Der Kritik, dass die Abwehr gewackelt habe, widersprach Christopher Schorch energisch. „Wir sind Aufsteiger und haben gegen Halle gewonnen. Das ist eine ekelige Truppe und schwieirg“, sagt der 29 Jahre alte Innenverteidiger. „Ich weiß nicht, was alle wollen. Was verlangen die von uns? Dass der Gegner 90 Minuten keine einzige Chance hat? Natürlich hatte der Gegner auch ein paar Chancen. Die können auch kicken. Aber nur weil sie die ein oder andere gute Aktion gehabt haben, war unser Abwehr nicht unsicher. René war unsicher, das war heute das Problem.“

Schorch bekam volle Rückendeckung von Trainer Krämer. „Es lag nicht an der Abwehr“, sagte der Coach. „Es war das gesamte Defensivverhalten, was nicht stimmte. Wir sind den Gegner heute nicht gut angelaufen. Ich bin von der Leistung einiger Spieler enttäuscht. Die Auswechslungen haben uns gut getan. Es ist wichtig, dass wir gute Jungs auf der Bank haben.“

Das Lob galt in dem Fall Connor Krempicki, Johannes Dörfler und Jan Holldack. Sie lauern auf ihre Chance. Die nächste kommt bestimmt, vielleicht schon am Samstag in Karlsruhe.

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