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Uerdingen gegen Jena ohne Stammtorhüter Vollath

Dritte Liga : Benz feiert sein Drittliga-Debüt

Der 22 Jahre alte Torhüter des KFC Uerdingen steht am Samstag gegen den FC Carl-Zeiss Jena zwischen den Pfosten. Stammtorwart René Vollath ist verletzt, doch ist dies für die Gäste nicht unbedingt ein gutes Zeichen.

Torhüter müssen mit Frustrationen ganz besonders gut umgehen können. Dass sie das ein oder andere Mal den Ball aus dem Netz holen müssen, gehört dazu, ist aber bei weitem nicht das Schlimmste, was ihnen widerfahren kann. Auch das ein Fehler manchmal sofort bestraft wird und durchaus unangenehme Folgen haben kann, müssen sie verschmerzen.

Die Hälfte aller Torhüter ist geradezu schuldlos großer Frustration ausgesetzt. Sie müssen trainieren Tag für Tag, doch am Wochenende müssen sie tatenlos auf der Bank Platz nehmen – nicht einmal, sondern Woche für Woche. Sie sind die Nummer zwei in ihrem Team. Sie gehören unbedingt dazu, sind wichtig, aber dürfen nicht mitspielen. Welch eine Gemeinheit! Hinzu kommt, dass Torhüter in der Regel nur ganz selten gewechselt werden, anders als Feldspieler, die zumindest darauf hoffen dürfen, eingewechselt zu werden.

Robin Benz ist so ein armer Kerl, der Tag für Tag hart trainiert und Samstag für Samstag auf der Ersatzbank hockt. Doch damit ist es morgen vorbei. Der 22 Jahre alter Schlussmann ist erste Wahl, weil sich René Vollath verletzt hat. Der Stammtorhüter, der in dieser Saison keine Spielminute versäumte, erlitt beim 2:1-Auswärtssieg bei Fortuna Köln eine Sehnenreizung im rechten Oberschenkel.

Bereits in der vergangenen Saison war das schon einmal der Fall. Im April musste Vollath für drei Spiele pausieren, als er am Hüftbeuger verletzt war. Damals kam Robin Benz gegen Wegberg-Beeck (3:0), beim TuS Erndtebrück (2:0) und gegen Fortuna Düsseldorf II (1:0) zum Einsatz und blieb in 270 Minuten ohne Gegentor.

„Robin hat das damals sehr souverän geregelt“, sagt Trainer Stefan Krämer. „Er ist in der Mannschaft sehr akzeptiert, deshalb ist das gar keine große Nummer für uns. Der geht auf den Platz und hält die Bälle.“ Klingt gleichermaßen einfach wie gut.

Es ist aber nicht die einzige personelle Sorge, die der KFC derzeit hat. Vielmehr hat er in Kapitän Mario Erb (Bruch des Schienbeinkopfes), Dennis Daube (Innenbandriss und Meniskusschaden) sowie Ali Ibrahimaj (Meniskusanriss) drei schwer verletzte Topspieler, deren Ausfälle die Mannschaft bislang gut kompensiert hat.

Gestern fehlten aber zwei weitere Stammspieler beim Training: Stefan Aigner und Christian Dorda sind krank. Letzterer hatte bereits vor einer Woche gekränkelt, dann aber in Köln gespielt. Das hat der geschwächte Körper nicht gut verkraftet, so dass der linke Verteidiger nun mit Sicherheit ausfällt und die anschließende Länderspielpause nutzen kann, um die Grippe richtig auszukurieren. „Christian hat in Köln ein gutes Spiel gemacht“, attestiert Krämer seinem Schützling. „Trotzdem bin ich optimistisch, dass wir ihn sehr gut ersetzen können, denn Dennis Chessa ist einer der Härtefälle. Er trainiert seit Wochen sehr, sehr gut und hat sich nie hängen lassen. Da habe ich null komma null Sorge. Er wird seine Sache gut machen, da bin ich mir sicher.“

Bei Stefan Aigner besteht durchaus noch Hoffnung, dass er rechtzeitig fit wird. Der Ausfall des Torjägers wäre sicherlich schmerzlich, aber auch da würde dem Coach sicherlich etwas einfallen.