Übergriffe beim KFC Uerdingen: Das geht zu weit - ein Kommentar

Übergriffe auf KFC-Spieler : Liebe Fans, das geht zu weit!

Spieler des KFC Uerdingen sind nach der Drittligapartie in Jena von den eigenen Fans übel angegangen worden. In die Kurve zu gehen, das macht kurz nach dem Spiel überhaupt keinen Sinn, findet unser Autor.

Der Fußball wird immer skurriler. Unvergessen ist der Bußgang von Domenico Tedesco in die Schalker Fankurve, sein Gang nach Canossa. Dort ließ er in einem Anflug von Masochismus alle Beschimpfungen und Beleidigungen über sich tapfer ergehen. Auch die Spieler des KFC Uerdingen gingen nach dem Spiel in Jena in die Fankurve. Auch sie wurden – von einigen wenigen – übelst attackiert. Die grundsätzliche Frage lautet: Ist es sinnvoll, nach dem Spiel in die Kurve zu gehen? Nein! Weil ein konstruktives Gespräch unmittelbar nach dem Schlusspfiff aufgrund der großen Emotionalität kaum möglich ist. Weil es nicht auszuschließen ist, dass unter Hunderten Vernünftigen einige wenige sind, die Enttäuschung, Wut und Aggressionen nicht steuern können. Weil die Spieler sich nicht nach jedem Spiel rechtfertigen müssen. Weil sie vor körperlichen und verbalen Übergriffen geschützt werden müssen. Also: In Richtung Kurve gehen und als Dankeschön für die Unterstützung winken, reicht vollkommen.

In Jena gab es ein noch weiter gehendes Schauspiel. Kurz vor dem Spiel wurde das Tor der Kurve geöffnet und etwa 40, 50 Fans stellten sich vor die Mannschaft und schworen sie auf die Begegnung ein. Es sei dahin gestellt, ob dies ermutigend oder angsteinflößend war – das geht nicht. Demnächst halten Fan-Vertreter noch die Halbzeitansprache. Sollten die Vereine das nicht in den Griff bekommen, muss der DFB helfen. Bei allem Respekt vor den Fans: Das geht deutlich zu weit.

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