Torjäger Adriano Grimaldi vom KFC Uerdingen beklagt fehlende Zielstrebigkeit

Nach dem 1:1 in Münster : KFC-Torjäger Grimaldi beklagt fehlende Zielstrebigkeit

Der Torjäger verhungert im Strafraum von Preußen Münster, denn dort kommt der KFC kaum einmal hinein. So müssen sich die überlegenen, aber harmlosen Uerdinger mit einem 1:1 begnügen.

Adriano Grimaldi fühlt sich in Münster wohl. Das zeigt sich bereits, kurz nachdem der Bus am Stadion vorgefahren ist. Auf dem Weg in die Kabine schüttelt er viele Hände, es gibt Umarmungen, Küsschen rechts und links. Der Torjäger ist in den drei Jahren, in denen er das Trikot der Preußen getragen und den Verein mit seinen 30 Toren in der Dritten Liga gehalten hat, in Münster heimisch geworden.

In Uerdingen ist Grimaldi nach seiner monatelangen Verletzungspause zwar wieder zum Einsatz gekommen, seine Stärken konnte er aber noch nicht optimal zur Geltung bringen. Das liegt zum einen daran, dass er natürlich noch nicht wieder top-fit ist und ihm die Spielpraxis fehlt, zum anderen aber auch daran, dass das Spiel auf ihn noch nicht so zugeschnitten ist, wie er es braucht. Weder kamen die Steilpässe in die Spitze so, wie er es braucht, noch wurden von Außen verwertbare Flanken geschlagen. So musste sich Grimaldi, der eigentlich ein typischer Strafraumspieler ist, viele Bälle selbst im Mittelfeld nehmen und arbeiten.

„Bis zum letzten Drittel haben wir gut nach vorn gespielt. Aber Preußen hat auch gut verteidigt“, sagte Grimaldi und umschrieb damit die fehlenden Strafraumszenen. Vor allem monierte er den fehlenden Mut zum Abschluss: „Wenn man keinen Pass am Strafraum spielen kann, dann muss man auch mal schießen.“

Das Paradebeispiel war Patrick Pflücke. Der eingewechselte Blondschopf hatte sechs Minuten vor Schluss verschiedene Möglichkeiten. Er hätte den Ball noch einmal quer legen können, doch er übernahm beim 0:1-Rückstand Verantwortung und schoss selbst – ins Tor. „Ich habe kurz überlegt, auf Bouba durch zu stecken, aber ich stand 18 Meter vor dem Tor, da habe ich geschossen“, beschrieb der Torschütze die Szene. Zufrieden war er dennoch nicht: „Wir haben hier zwei Punkte verloren. Unser Anspruch ist es, jedes Spiel zu gewinnen.“

Dass es nicht zum Dreier reichte, lag statistisch betrachtet an dem Gegentreffer, bei der der eingewechselte Selim Gündüz den Münsteraner Hoffmann auf Außen davon ziehen ließ. Doch der eigentliche Grunde war ein anderer: Die Uerdinger wurden erst nach dem Rückstand munter und zielstrebiger. Jetzt endlich entwickelten sie mehr Zug zum Tor. Insofern dürfen die Zuschauer den Preußen dankbar sein, denn ohne den Führungstreffer hätte die Partie höchstwahrscheinlich torlos geendet. So darf dem KFC erneut eine intakte Moral attestiert werden, doch die reicht lediglich aus, um einen Rückstand wett zu machen, nicht aber, um ein Spiel zu gewinnen. Das aber muss das Ziel der Mannschaft sein.