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Stadt Krefeld reagiert nicht auf das Hilfsangebot für die Grotenburg

Sanierung der Grotenburg : Stadt reagiert nicht auf das Hilfsangebot

Martin Kühr und Marius Savic haben Mitte Januar im Namen einer Gruppe junger, fachlich qualifizierter Männer an Oberbürgermeister Frank Meyer geschrieben. Sie wollen helfen, die Grotenburg zu sanieren und die Kosten zu senken.

Seit Mai 2018 kann das Stadion Grotenburg nicht mehr genutzt werden. Die Behörden haben es aus Sicherheitsgründen für Spiel und Sport gesperrt.  Damit sich die Tore dort wieder öffnen, bedarf es umfangreicher Arbeiten. Zunächst hieß es, rund 10,5 Millionen Euro müssten investiert werden, damit das Stadion drittligatauglich ist und der KFC Uerdingen seine Heimspiele wieder dort bestreiten kann. Wohlgemerkt, dann werden die Sicherheitsauflagen erfüllt, dann handelt es sich nicht etwa um eine modere Arena. Nahezu zeitgleich gab es dann eine gute und eine schlechte Nachricht: Der Bund steuert rund 3,5 Millionen Euro zur Sanierung bei, die Kosten explodierten auf rund 16,5 Millionen Euro. Darüber gerieten die Parteien in Streit, die begonnenen Sanierungsarbeiten wurden gestoppt.

„Mit Sorge betrachten wir die derzeitige Gesamtsituation“, schrieben Martin Kühr und Marius Savic am 14. Januar an den Oberbürgermeister Frank Meyer und unterbreiteten ihm ein Angebot. Es handele sich um eine Gruppe junger Krefelder im Alter zwischen 30 und 35 Jahren, bestehend aus Meistern, Bautechnikern und Bauingenieuren aus Hoch- und Tiefbau, die über ein umfangreiches, regionales Netzwerk in Krefeld und Umgebung bestehend aus Facharbeitern, Lieferanten etc. verfüge.

„Unsere Intention ist es, zum einen durch die Bildung einer fachkompetenten Arbeitsgruppe den Zerfall des Krefelder Stadions Grotenburg zu verhindern, zum anderen den Aus- und Umbau mit Eigenhilfe und privatem Engagement voranzubringen“, heißt es in dem Schreiben. Angedacht sei ein ähnliches Modell, wie es 2009 beim heutigen Bundesligisten 1. FC Union Berlin erfolgreich initiiert wurde. So könnten Mehrkosten durch Eigeninitiative und Einsparung der Lohnkosten bewältigt werden. Dann baten Kühr und Savic in ihrem Schreiben um einen zeitnahen Gesprächstermin, um das Konzept vorzustellen und zur Diskussion zu stellen.

Als unsere Redaktion Mitte Januar über den Vorgang berichten wollte, baten Kühr und Savic darum, der Stadt Zeit für eine Antwort zu geben. Sie wollten keine öffentliche Aufmerksamkeit oder gar Druck erzeugen. Das honorige Verhalten wurde ihnen nicht gedankt. „Wir haben dann zwei Mal bei der Stadt angerufen“, berichtet Kühr. „Aber da weiß anscheinend keiner, wer wofür zuständig ist. Jeder schiebt es nur weiter. Ein Kontakt zu den Verantwortlichen wurde nicht hergestellt, wir durften nicht vorsprechen.“ Das sieht die Stadt möglicherweise anders, vermochte jedoch am Freitag Mittag nicht mehr, auf Anfrage zu antworten und sagte eine solche für Montag zu.

Martin Kühr ist enttäuscht. Dass ihn die Grotenburg überhaupt interessiert, resultiert aus Kindertagen. Da war sein Vater Hans-Theo im Vorstand des KFC und der Junior oft im Stadion. „Da habe ich einiges mitbekommen, schöne und weniger schöne Zeiten“, sagt der heute 31 Jahre alte Bauleiter im Tiefbau einer großen, deutschlandweit tätigen Firma, der sich von seinem Schreiben  mehr erhofft hatte. Der Familienvater mit zwei Kindern aus Tönisvorst hatte es optimistisch beendet: „Wir glauben, dass wir eine gemeinsame Lösung finden können, so dass das Stadion rechtzeitig zum Saisonbeginn 21/22 für den Drittligabetrieb eröffnet werden kann.“ Ob das Interesse der Stadt daran gering ist? Zumindest besteht kein Interesse an dem Hilfsangebot dieser Gruppe zur Kostenreduzierung.