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Salbende Worte von Rödinghausens Trainer Carsten Rump für KFC Uerdingen

Nach dem Wirkungstreffer : Salbende Worte von Rödinghausens Trainer für den KFC

Die 1:2-Niederlage ist ein Tiefschlag für die Uerdinger. Rödinghausens Trainer Carsten Rump spürt das und findet reichlich salbende Worte. Sie sind aber nicht oberflächlich, sondern kommen tatsächlich von Herzen.

Carsten Rump war in Gönnerlaune. Das war verständlich, denn er hatte ein Spiel mit Happyend erlebt. Drei Minuten vor dem Abpfiff drohte seinem Team die erste Niederlage unter seiner Führung, doch Miran Agirbas trat neben den Ball. Das Luftloch verhinderte den möglichen Siegtreffer, denn davon hätten sich die Gäste kaum mehr erholt. So aber nutzten sie in der vierten Minute der Nachspielzeit zum zweiten Mal in der Begegnung einen Freistoß zum Treffer. Für den KFC Uerdingen war es nach drei Unentschieden die erste Niederlage – ein Tiefschlag.

Carsten Rump, der Trainer des SV Rödinghausen, entpuppte sich im Rausch des Glücks als echter KFC-Fan. „Ich finde es einfach klasse, wie der Verein jetzt aufgestellt ist, was er für eine Strahlkraft hat, was ihr auf die Beine gestellt habt“, sagte er zur Einführung seines hohes Liedes. „Ihr habt die ersten Spiele hoch verloren, mit einem zusammengewürfelten Kader. Ich drücke euch extrem die Daumen, dass ihr die Liga haltet, noch stabiler werdet. Ihr habt heute gesehen, dass ihr mithalten könnt, habt gute Leute, die Tempo gehen können.“

War das nur das Lob eines glücklichen Siegers? Nein, das kam tatsächlich beim Carsten Rump von innen heraus. Ihn verbindet nämlich eine Geschichte mit Uerdingen. Als 17-Jähriger hatte er nämlich ein Angebot vom KFC erhalten. Doch damals entschied er sich für Arminia Bielefeld, wo er 17 Jahre lang bis blieb – als Spieler, Nachwuchs-, Interims- und Co-Trainer. Als solcher arbeitete er dann beim FC Ingolstadt. „Mit ihm bin ich dem KFC begegnet, den ich aber die ganzen Jahre über verfolgt habe“, berichtete Rump. Bei aller Sympathie für die Blau-Roten fügte er hinzu: „Ich drück euch die Daumen, schäme mich aber natürlich nicht für den Sieg, sondern nehme die drei Punkte gerne mit.“

Rump gestand aber auch, dass das Spiel hätte 2:1 für Uerdingen enden können. „Wenn der KFC in der 87. Minute das 2:1 macht, dann ist das auch in Ordnung, dann habt ihr das auch verdient. Von daher bin ich nur selig, dass wir gewonnen haben.“ Und er verrät, dass der eigentliche Matchwinner sein Co-Trainer war: „Er hat mir gesagt, bring den Niklas Wiemann rein, was ich dann gemacht habe. Von daher ist es auch ein großes Verdient von Robert Roelofsen, dass wir hier gewonnen haben.“

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Rumps Kollege Dmitry Voronov hörte all das sicherlich gern, gab aber zu, dass diese Niederlage ein Wirkungstreffer ist. „Ich kann der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen“, sagte er. „Die Jungs laufen, sie rackern, sie kämpfen bis zum Tod. Das tut natürlich weh. Es ist das zweite Mal, dass wir kurz vor Schluss nicht das Tor machen.“

Dass beide Gegentreffer aus Standardsituationen resultierten, wurmte den Coach. „Ich weiß nicht, ob ich in meinem Leben schon einmal so viele Freistöße gegen mich bekommen habe. Das war heute schon etwas Besonderes“, sagte Voronov in Anspielung auf den Referee, der zudem sechs Mal gelb zückte. „Wenn du 25 Standards gegen dich hast, können schon mal zwei reingehen. Die Quote hat man auch im Training. Da kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben die Chance zum 2:1, das müssen wir machen.“ Dass es mit Blick auf das Punktekonto ein Rückschlag war, räumt Voronov ein. „Aber sonst nicht. Wir wissen, was wir können und haben noch genügend Spiele.“