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Rote Teufel lehren den KFC Uerdingen seit über 31 Jahren das Fürchten

Seit über 31 Jahren : Rote Teufel lehren den KFC Uerdingen das Fürchten

Die Uerdinger verlieren gegen ihren Angstgegner den 1. FC Kaiserslautern mit 0:2 und verpassen erneut die Chance, den Anschluss an die Spitzengruppe herzustellen. Hidde Jurjus kassiert nach 312 Minuten das erste Gegentor.

Die Spieler des KFC Uerdingen schlichen vom Rasen der Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf, während die des 1. FC Kaiserslautern einen Kreis gebildet hatten und lautstark feierten. Diese Szene spiegelte die Begegnung ziemlich gut wider, in der die Pfälzer ganz anders auftraten als die Gastgeber: Die Roten Teufel waren von der ersten Sekunde an präsent, dominant, lautstark und verbreiteten von Beginn an Schrecken. Nach nur fünf Minuten hätten die Gäste durch Ritter und Pourie schon 2:0 führen können.

Die Uerdinger hingegen wirkten langsamer, schläfriger, unkonzentrierter, mutloser. Das hatte zur Folge, dass sie gegen ihren Angstgegner erneut chancenlos waren: In fünf Spielen nach dem Wiederaufstieg haben die Uerdinger keinen einzigen Punkt gegen die Roten Teufel geholt und sind vier Mal ohne Torerfolg geblieben (0:2, 0:4, 0:3, 2:4, 0:2).

Geht man in der Geschichte weiter zurück, so besagt die Bilanz, dass der KFC gegen die Pfälzer seit 16 Begegnungen ohne Sieg ist; den letzten feierten die Blau-Roten gegen diesen Gegner am 19. September 1989  mit 3:2. Damals standen noch die Funkel-Brüder Friedhelm und Wolfgang, Holger Fach, Brian Laudrup und Marcel Witeczek auf dem Rasen.

Diesmal schien es, als könnten die Uerdinger die Lauterer packen. Der KFC hatte durch drei gleichermaßen gute wie erfolgreiche Spiele Selbstvertrauen getankt, der Gegner war nach vier sieglosen Partien angeschlagen. Doch zählte beim Anpfiff nicht mehr. „Fußball spielen Menschen und das sind keine Computer“, sagte Trainer Stefan Krämer treffend. Und die Unberechenbarkeit, so schmerzlich sie für den Verlierer auch sein mag, macht den Reiz dieses Spiels aus.

Der Ärger nach der Niederlage war jedoch verständlich, weil sie durch Uerdinger Schläfrigkeit eingeleitet wurde. Die blieb nach einer halben Stunde bei einer Ecke nicht folgenlos. „Das war eine einstudierte Eckballvariante, das müssen wir besser machen“, sagte der verletzte Omar Haktab Traore. Dave Gnaase hatte die Kopfballverlängerung nicht unterbunden. Beim zweiten Gegentor hatte Kolja Pusch die linke Seite nicht dicht gemacht, so dass die Verteidigung überfordert war.

„Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren“, meinte Krämer rückblickend. „Wir waren nicht so griffig und stabil wie sonst. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann versucht, waren bei Ballbesitz aber zu harmlos. Tabelle und Tordifferenz zeigen, wo unsere Probleme liegen. Wir hatten keine klaren Chancen und haben daher verdient verloren.“ Der Coach räumt zwar ein, dass eine Entwicklung nicht linear fortschreitet, ist aber vom letzten Auftritt des Jahres enttäuscht: „Die Lauterer wollten mehr, das ärgert mich.“