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Krefeld: Relegationsspiele des KFC nicht in der Grotenburg

Krefeld : Relegationsspiele des KFC nicht in der Grotenburg

Sollte der KFC Uerdingen Meister der Fußball-Regionalliga werden, so können die dann folgenden Relegationsspiele um den Aufstieg in die dritte Liga nicht in Krefeld ausgetragen werden. Im Grotenburg-Stadion können bis Ende Mai nicht die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden.

Seine Heimspiele gegen den TSV 1860 München oder Energie Cottbus zum Beispiel müsste der KFC dann in Duisburg, Düsseldorf oder Mönchengladbach bestreiten. Das wurde im Sportausschuss deutlich. Entscheidungen kann dieses Gremium nicht treffen, doch beauftragte es die Verwaltung, bis zum 14. März einen Kostenrahmen zu ermitteln, der zur Sanierung der Grotenburg notwendig ist. Dann tagt der beschlussfähige Finanzausschuss.

Das Grotenburg-Stadion bewegt sich auf einem Niveau der 1980-er Jahre und erfüllt in weiten Teilen nicht mehr die gesetzlichen Vorgaben. Der Investitionsaufwand ist beträchtlich. Über Summen kann bislang nur spekuliert werden.

Der Sportausschuss förderte einiges zutage: Wohlwollen, Selbstkritik, aber auch Widersprüchliches. Wohlwollen gegenüber dem KFC Uerdingen signalisierten nahezu alle Parteien; schließlich sei der Verein ein wichtiger Teil der Stadt und man sei froh, dass es ihn gebe. Erfolge nicht eine zügige Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen, so sei dies "ein Armutszeugnis für die Stadt", sagte Claus-Dieter Preuss.

Doch weitaus bemerkenswerter die Selbstkritik und das damit verbundene Eingeständnis, man sei doch froh gewesen, dass der KFC in unteren Ligen herum gedümpelt sei. So habe die Stadt Jahrzehnte nicht in das Stadion investiert. Man habe gewusst, wenn es nach oben gehe, werde es teuer.

Derweil verzettelte sich Wolfgang Emmerich. Er schlug zunächst vor, der KFC als Profiverein solle für die Kosten aufkommen, dann verwies er auf das Beispiel Aachen, wo die Alemannia unter dieser Last zwei Mal in die Insolvenz gegangen ist.

Wohltuend sachlich und kompetent waren die Beiträge des Beigeordneten Thomas Visser, der die Zusammenarbeit zwischen dem KFC und der Stadt als "vertrauensvoll und verlässlich" bezeichnete. Er wies darauf hin, dass die Stadt Eigentümerin des Stadions sei, aber vor dem 14. März keine Erklärung gegenüber dem KFC abgeben könne. Der aber muss bis zum 1. März dem DFB zusichern, dass er über ein drittligataugliches Stadion verfügt. Zudem, so Visser, sei die Verwaltung bei diesem Projekt auf externe Beratung angewiesen. Dabei verkündete er, was vielen im Sportausschuss wichtig war: "Die Verwaltung wird nicht vorschlagen, Gelder, die für den Breitensport vorgesehen sind, zu verwenden."

(ths)