Trainerstuhl wackelt nicht KFC Uerdingen ist gegen Rot-Weiss Essen krasser Außenseiter

Krefeld · Den Uerdingern fehlen gleich sechs Spieler. Das ist aber nicht der Grund, warum der Stuhl von Trainer Dmitry Voronov auch im Falle einer Niederlage nicht wackelt. Das Stadion in Velbert wird erstmals ausverkauft sein.

 Das Stadion in Velbert wird am Samstag erstmals ausverkauft sein.

Das Stadion in Velbert wird am Samstag erstmals ausverkauft sein.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Stefan Brauer

Die Spiele gegen Rot-Weiss Essen gehören stets zu den Höhepunkten einer jeden Saison. Dabei ist es ganz gleich, ob der KFC Uerdingen dabei der dritten, vierten oder fünften Liga angehört. Auch in den zurückliegenden Jahren, da die Blau-Roten eine Klasse höher spielten als die Rot-Weißen war es so. Die 1:2-Pokalniederlage des Drittligisten Uerdingen an der Essener Hafenstraße bedeutete das Aus für Trainer Heiko Vogel. Und eineinhalb Jahre zuvor gab es in der Regionalliga ein überaus glückliches 2:2 in der Schlussphase an gleicher Stätte, woraufhin Trainer Michael Wiesinger gefeuert wurde.

Aber diesmal ist alles anders. Die Uerdinger gehen als nahezu chancenloser Außenseiter in die Begegnung, und Trainer Dmitry Voronov wird unabhängig vom Ergebnis seinen Job behalten. Der Sportliche Leiter Patrick Schneider bringt es auf den Punkt: „Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen.“

Teil eins der Aussage basiert einfach auf dem Klassenunterschied beider Kader. Die Essener haben über Jahre hinweg eine Mannschaft aufgebaut, die nun zum dritten Mal in Folge die Meisterschaft im Visier hat und endlich in die Dritte Liga aufsteigen will. Aber es liegen nicht nur Welten zwischen Essen und Uerdingen bezüglich des Kaders, sondern auch in puncto Stadion, Trainingsbedingungen und Unterstützung seitens der Stadt, Sponsoren und Fans.

Teil zwei von Schneiders Aussage demonstriert, dass im Fußball an einem Tag vieles möglich ist und die Uerdinger mit gestärktem Selbstbewusstsein in die Begegnung gehen, nachdem sie am Mittwoch mit 2:0 gegen die Sportfreunde Lotte den ersten Saisonsieg gefeiert haben. „Der hat natürlich gut getan“, sagt Voronov. „Wir hatten nicht lange Zeit, uns darüber zu freuen.“ Die Freude ist schnell der Vorfreude gewichen – auf einen Saison-Höhepunkt: das Heimspiel gegen RWE. „Das ist das Top-Team der Liga“, sagt Voronov. „Aber wir wollen etwas holen.“

Als ob das nicht schwer genug wäre, fallen beim KFC gleich sechs Spieler aus: die verletzten Abdul Fesenmeyer, Niklas Schubert, Kevin Ntika und Justin Ospelt sowie die gesperrten Tom Fladung und Jesse Sierck. Immerhin stehen Noe Baba und der Neue Luca Jensen zur Verfügung. Das Stadion in Velbert könnte mit rund 2.200 Zuschauern erstmals ausverkauft sein. Rund 400 Karten stehen noch zur Verfügung, so dass die Tageskasse am Samstag öffnet.

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