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Patrick Göbel stürzt den KFC Uerdingen in die Krise

Nur einer von neun Punkten : Patrick Göbel stürzt den KFC Uerdingen in die Krise

Sein Rückpass hatte fatale Folge, denn er kippte das Spiel, das die Uerdinger gegen Verl mit 1:2 verloren. Anstatt nach oben geht der Blick nun nach unten. Hinzu kommen die Verletzungen von Kirchhoff, Dorda und Marcussen.

Patrick Göbel hatte seine Sache in den sechs Begegnungen zuvor, in denen er zum Einsatz kam, gut gemacht. Folglich war er auf der Position des rechten Verteidigers mit der Erfahrung aus 175 Drittligaspielen gesetzt. Er hatte seine Chance genutzt, nachdem zuvor der 22 Jahre alte Omar Haktab Traore, der im Sommer vom Regionalligisten SV Rödinghausen kam, im Spiel gegen den SV Meppen einen Riss des Syndesmosebandes erlitten hatte und der 20 Jahre alte Leon Schneider, der vom 1. FC Köln ausgeliehen ist, gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht überzeugt hatte.

Jetzt hat Patrick Göbel gepatzt. Der KFC Uerdingen führte gegen den SC Verl nach dem Führungstor durch Peter van Ooijen mit 1:0, hatte das Spiel gut im Griff und war dem zweiten Treffer ganz nahe. Doch Kolja Pusch brachte den Ball nicht über die Linie, was sicherlich die Vorentscheidung bedeutet hätte. Doch dann unterlief Göbel jener Fehler, der die Partie kippte. Sein Rückpass zu Torhüter Hidde Jurjus war zu kurz, die Gäste nutzten den Fehler zum überraschenden Ausgleich. Mehr noch, der Treffer stärkte die Ostwestfalen und warf den KFC aus der Bahn. Die Uerdinger wankten nicht nur, sondern kassierten auch noch das 1:2 und verloren ein Spiel, in dem sie dem möglichen Sieg ziemlich nahe waren.

„Das war absolut mein Fehler“, gestand Göbel ohne zu zögern. „Ich muss den Ball irgendwo hin schießen, egal wohin, aber ich darf ihn in der Situation nicht zurück spielen. Ich habe den Gegenspieler der eingelaufen ist zu Hidde, gar nicht gesehen. Es tut mir extrem leid für uns alle. Es war eine Szene, die nicht schön war für uns und mit der wir Verl ins Spiel zurück geholt haben. Das tut mir extrem leid.“

Es ist das altbekannte Lied, mit dem die Blau-Roten die englische Woche vermasselt haben. Bereits drei Tage zuvor hatten sie das Heimspiel gegen den Halleschen FC (0:1) in den Sand gesetzt. Nicht schlecht gespielt, die Chancen nicht genutzt, verloren. Anstatt auf Platz vier stehen die Uerdinger nur auf Rang zwölf, nur drei Punkte vor dem Tabellenkeller. Und die nächsten Aufgaben haben es in sich: beim Zweitliga-Absteiger und Aufstiegsfavoriten Dynamo Dresden und gegen den starken Aufsteiger Türkgücü München. Doch es helfen nur Punkte. „Was wir besser machen müssen? Wir müssen mal einen Sieg erzwingen, ob wir nur eine Chance haben oder keine“, sagt Göbel. „Wir dürfen nichts zulassen und müssen genau so dran bleiben wie zuletzt. Wir sind auf einem guten Weg.“ Was soll er auch anderes sagen?

Auf dem guten Weg bedarf es trotzdem einiger Kurskorrekturen. Ein Gegentor darf den KFC nicht so aus der Bahn werfen, darf die Ordnung nicht derart verloren gehen, das Selbstvertrauen nicht so schwinden. Und im Abschluss muss das Team natürlich viel effizienter werden.

Die personellen Alternativen haben sich für Trainer Stefan Krämer mit einem Schlag deutlich reduziert. Für Gustav Marcussen, der gegen Verl einen Zehenbruch erlitt, Jan Kirchhoff und Christian Dorda (beide Zerrung) könnte das Jahr 2020 bereits beendet sein. Dem KFC steht ein schwieriger Jahresabschluss bevor.