Osawe will den KFC Uerdingen in die 2. Bundesliga schießen

KFC Uerdingens neuer Torjäger Osawe : „Ich bin gekommen, um aufzusteigen“

Osayamen Osawe ist beim KFC Uerdingen angekommen. Nach dem ersten Training hat der 25 Jahre alte Torjäger über die Gründe seines Wechsels vom Zweitligisten FC Ingolstadt zum KFC Uerdingen gesprochen.

Es ist sein erster Arbeitstag im neuen Trikot. Dabei bekommt Osayamen Osawe eindrucksvoll vorgeführt, dass er bei einem sportlich überaus ambitionierten Verein angeheuert hat, der allerdings unter geradezu beschämenden Bedingungen arbeitet. „Es ist alles hart gefroren, wir können nicht auf den Platz gehen“, sagt Stefan Reisinger, der Co-Trainer des KFC Uerdingen.

Also wird die Mannschaft in zwei Gruppen aufgeteilt: Die eine arbeitet im Kraftraum, die andere absolviert ein paar Laufübungen auf dem Kunstrasen vor der Grotenburg-Kampfbahn. Dann wird gewechselt und Osayamen Osawe kommt an die frische Luft.

Der 25 Jahre alte gebürtige Nigerianer mit britischem Pass deutet in einigen Sprints seine Schnelligkeit an. Hinterher sagt er: „Zuletzt habe ich individuell trainiert. Ich bin fit, aber so ein Mannschaftstraining ist schon etwas anderes. Aber ich werde hart arbeiten, denn der Aufstieg ist unser Ziel. Deshalb bin ich gekommen, um mit der Mannschaft aufzusteigen.“ Er ist noch außer Atem, Schweißperlen stehen auf seiner Stirn.

Osawe ist Torjäger, doch zuletzt hatte er Ladehemmung. Dass er weiß, wo das Tor steht, hat er in Halle bewiesen, wo er in 70 Spielen 17 Tore erzielt hat. Doch mit dem Wechsel in die Zweite Liga blieben die Erfolge aus – möglicherweise allerdings auch, weil die Abstiegskandidaten Kaiserslautern und Ingolstadt überhaupt nicht gefährlich vor das gegnerische Tor kamen.

Dafür sorgte er in Kaiserslautern abseits des Feldes für Furore. Obwohl er sich krank gemeldet hatte, unternahm er eine Spritztour nach Paris und genoss dort das Nachtleben. Dass er sein Foto mit Zigarre aus einem Club um 2.44 Uhr kurzfristig ins Netz stellte, kostete ihn einige tausend Euro und brachte ihm Kritik und Häme ein. Aber das ist fast zweieinhalb Jahre her und für ihn kein Thema mehr – eine Jugendsünde.

Zu seinem missglückten Wechsel nach Ingolstadt sagt er nur: „Es hat nicht funktioniert. Ich musste eine Lösung finden.“ Die heißt KFC Uerdingen. „Die Philosophie des Klubs gefällt mir“, sagt Osawe. „Hier herrscht eine gute Atmosphäre und die Ambitionen sind hoch.“ Aufstiegskampf statt Abstiegskampf – von diesem Vereinswechsel hofft der Mittelstürmer zu profitieren, und der KFC Uerdingen natürlich auch.

„Ich habe mit Erfurt gegen Osawe gespielt, als er in Halle war“, erinnert sich Kapitän Mario Erb. „Es ist ein überragender Spieler. Er ist schnell und kann die Bälle fest machen. Ich hoffe, dass er sich schnell zurecht findet, aber bei uns hat er es nicht schwer.“ Das hat Osawe bereits in den ersten Stunden mit der Mannschaft gespürt: am Samstag beim Training, am Sonntag bei der Busfahrt nach Hamburg und dem Training am Nachmittag in der Hansestadt, wo der KFC am Montag ein Testspiel bestreitet. Ein ziemlich hoher Aufwand für ein Testspiel. „Das stimmt“, sagt Trainer Stefan Krämer. „Aber wir tun alles, um Erfolg zu haben. Und natürlich muss ich einen neuen Spieler auch mal mit der Mannschaft sehen. Die Bundesliga ist schon im Spielbetrieb, da war es nicht leicht, einen guten Gegner zu finden.“

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