KFC Uerdingen : Oje, KFC

Der KFC Uerdingen hat sich am Mittwoch um die Chance gebracht, unangefochten die Tabelle anzuführen. Gegen Kapellen gab es eine 1:3-Niederlage. Immerhin: Hauptkontrahent TuRU Düsseldorf patzte ebenfalls.

Die heftige Kritik, die die Spieler des KFC Uerdingen nach der Nullnummer gegen den 1.FC Viersen haben einstecken müssen, hat offenbar nur wenig Wirkung gezeigt. Am Mittwochabend präsentierte sich die Auswahl von Trainer Peter Wongrowitz zwar in Nuancen verbessert, unterlag aber gegen den tapfer kämpfenden SC Kapellen-Erft mit 1:3 (1:2) - ein Rückschlag im Kampf um den Aufstieg.

Dabei hätte der Abend eigentlich perfekt laufen können: Der 1. FC Viersen hatte die Ankündigung seines Trainers Frank Mitschkowski nämlich wahr gemacht und gegen den ärgsten Mitkonkurrenten um den Uerdinger Aufstieg, TuRU Düsseldorf, mit 2:0 gewonnen, so dass es der KFC nun wieder ganz allein in der Hand gehabt hätte, die Meisterschaft und den Aufstieg in die NRW-Liga zu schaffen. Doch diesen erneuten Elfmeter verdaddelte der KFC durch die Niederlage vor 1455 Zuschauern.

Uerdingen begann, munter nach vorne zu spielen, ohne effektiv vor dem Tor zu sein. Die kalte Dusche erfolgte nach 13 Minuten, als Alexander Sitter einen Freistoß aus 18 Metern fein um die Mauer herumzirkelte und zur überraschenden Führung traf. Im Gegenzug hatte Erhan Albayarak den Ausgleich auf dem Fuß, doch er scheiterte an Gästetorwart Offermann. Nachdem in der 32. Minute Jochen Höfler und Moritz Steiner es nicht schafften, den Ball ins Kapellener Tor zu bugsieren, fuhren die Gäste einen Konter, bei dem Malte Flock nicht gut aussah. Raddatz hatte so freie Bahn und traf zum 2:0. Vier Minuten später durften die KFC-Fans jubeln, nachdem Arda Yavuz nach innen geflankt hatte, Erhan Albayrak Rittmann anschoss und von dessen Bein aus der Ball zum Anschlusstreffer über die Linie kugelte.

Nach der Pause versuchten die Uerdinger, zunächst Dauer-angefeuert von den Fans, zum Sturmlauf anzusetzen. Kapellen verschanzte sich rund um den eigenen Strafraum, so dass sich nur wenige Lücken für die KFC-Angreifer boten. Die Gäste setzten zudem auf Konter, und so manches Mal hatte der KFC Glück, dass das Schiedsrichtergespann in engen Situationen auf Abseits entschied. In Sachen Angriffsbemühungen scheiterte Ersan Tekkan aus der Drehung an Torwart Offermann (56.), ehe dann nach 66 Minuten erneut Raddatz einen Konter erfolgreich abschloss - 1:3, die Vorentscheidung.

Trainer Wongrowitz reagierte und brachte Igor Bendovskyi für Arda Yavuz, obwohl so mancher lieber die Auswechslung des erneut neben den Schuhen stehenden Kosi Saka gesehen hätte. Dann hatte der KFC Pech, als Albayrak zwar traf, aber im Abseits stand (76.). Es sollte die letzte nennenswerte Aktion sein, weil im Spiel nach vorne wenig lief. Chancen sprangen keine mehr heraus in einem Spiel, in dem der KFC möglicherweise seinen großen Traum vom Aufstieg selbst platzen ließ, auch wenn "im Grunde alles beim Alten geblieben" ist, sagte Wongrowitz nach der Partie.

Noch auf dem Platz bildete das Team einen Kreis, um sich auf die nächsten Aufgaben einzuschwören — noch ist der Aufstieg schließlich möglich. Es ist nur noch ein bisschen schwieriger geworden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Turu: Unentschieden gegen den KFC

(RP)
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