Norbert Meier ist von der Qualität des KFC Uerdingen übereugt

Bekenntnis zum Traditionsverein: Meier ist von Uerdingens Qualität überzeugt

Der neue Trainer des KFC Uerdingen steht auf alte Vereine. Die beiden ersten Trainingseinheiten nutzt er zum Kennenlernen. Von der Qualität der Mannschaft ist er überzeugt.

Als Norbert Meier den Rasen der Grotenburg-Kampfbahn betritt, schießen ihm Erinnerungen durch den Kopf. Dabei kommt ihm aber nicht das legendäre Europapokalspiel der Uerdinger gegen Dynamo Dresden in den Sinn, das die Blau-Roten sensationell mit 7:3 gewannen, sondern ein Spiel von 1990. „Ich spielte mit Borussia Mönchengladbach am letzten Spieltag der Saison hier. Das Stadion war ausverkauft, ein Hexenkessel.“ Torlos endete die Begegnung zwischen dem Tabellen-14. und 15. Meier erinnert sich an seine Mitspieler Effenberg, Kamps, Hochstätter, aber auch an die Uerdinger Funkel, Fach, Kleppinger, Paßlack. „Da ging es hoch her.“

Aber was haben diese Erinnerungen mit der heutigen Situation zu tun? Die Grotenburg ist ein Sanierungsfall, der KFC spielt in der Dritten Liga, die Situation ist nicht vergleichbar. Doch kann sie für die Spieler als Vorbild dienen, denn damals wurde in der Grotenburg-Kampfbahn Fußball gearbeitet. Da ging es körperbetont zu, da bekam kein Gegner etwas geschenkt.

„Qualität hat die Mannschaft“, sagt Meier über sein heutiges Team. „Aber wir müssen eine mannschaftliche Geschlossenheit erzeugen, den Teamgeist stärken. Das wird in der Dritten Liga benötigt. Nachher in der ersten Liga, ist das nicht mehr ganz so wichtig, da ist die individuelle Qualität entscheidend.“

Aber noch spielt der KFC in der Dritten Liga, und sollte er nicht ziemlich schnell die die Erfolgsspur zurück finden, wird er auch in der kommenden Saison noch dort kicken. Das aber will kein Uerdinger – wohl aber die Gegner. „Unsere Mannschaft ist für jeden Gegner eine besondere Motivation“, sagt der Coach mit Blick auf so namhafte Spieler wie Kevin Großkreutz, Dominic Maroh, Stefan Aigner oder Maximilian Beister. „Die Spieler müssen zusammenwachsen. Aber wir sind nicht mehr in der Hinrunde, sondern in der Rückrunde, da geht’s drum: mit zwei Siegen machst du einen Sprung nach oben, bei zwei Niederlagen fällt man zurück.“

Nach drei Niederlagen in Folge muss die Negativserie am Samstag (14 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena) gegen den TSV 1860 München beendet werden. Meier freut sich auf die Begegnung gegen den bayerischen Traditionsverein. „Ich mag diese Vereine, habe auch immer nur bei Traditionsvereinen gearbeitet“, sagt er. Stimmt: als Spieler für Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach, als Trainer für Gladbach, MSV Duisburg, Dynamo Dresden, Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld, Darmstadt 98 und den 1. FC Kaiserslautern.

Vor 1860 München hat Meier durchaus Respekt. „Das Hinspiel hat der KFC relativ glücklich mit 1:0 gewonnen“, weiß der Trainer, der sich bestens informiert präsentiert. „Ibrahimaj hat das Tor gemacht.“ Doch Angst hat Meier vor dem Rückspiel nicht: „Wir werden offen und ehrlich kommunizieren und ich werde die Mannschaft aufbauen. Das müssen und werden wir hinkriegen. Wir werden am Samstag eine schlagkräftige Truppe stellen.“

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