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Niederrheinpokal: KFC Uerdingen nutzt Viertelfinale gegen MSV Duisburg als Testspiel

Gegen den MSV Duisburg : KFC Uerdingen nutzt Pokal-Viertelfinale als Testspiel

Am Mittwoch erwartet der KFC Uerdingen im Viertelfinale des Niederrheinpokals den alten Rivalen MSV Duisburg. Die Begegnung wird in Velbert ausgetragen und dient gleich in doppelter Hinsicht als Testfall.

Der Pokal hat nicht nur seine eigenen Gesetze, wie Fußballer gern behaupten, sondern er übt auch einen ganz speziellen Reiz aus. Es ist dieses Kräftemessen zwischen David und Goliath, bei dem nicht wenige Fußballfreunde dem Außenseiter die Daumen drücken. Es sind Spiele, die beim einmaligen Aufeinandertreffen entschieden werden, deren Ergebnisse nicht zu einem späteren Zeitpunkt korrigiert werden können. Und auch heute noch, wenngleich deutlich seltener als in früheren Jahren, gibt es in dem Wettbewerb Überraschungen, die Aufsehen erregen, wie im Januar, als Zweitligist Holstein Kiel den Champions-League-Sieger Bayern München nach Elfmeterschießen besiegte und eliminierte.

Dass es im Pokal gutes Geld zu verdienen gibt, wissen die Großen, vor allem aber die Kleinen zu schätzen. Mit jeder Runde, die der Verein weiter kommt, werden die Gegner attraktiver und die Einnahmen lukrativer. Das ist auch bereits auf Landesebene so. Und der Sieger des Niederrheinpokals kann nicht nur aus dem Topf ein wunderbares Los ziehen, wie der KFC Uerdingen vor zwei Jahren, als er Gastgeber von Borussia Dortmund war, sondern ihm sind neben Zuschauereinnahmen auch 155.000 Euro garantiert. Kein Wunder also, dass viele Vereine vom Einzug in den DFB-Pokal träumen.

Auch für den KFC Uerdingen war der Gewinn des Niederrheinpokals in den zurückliegenden Jahren stets eines von zwei Saisonzielen. Und schon auf dem Weg dahin gab es reizvolle Begegnungen, schließlich pflastern viele ehemalige Bundesligisten wie Rot-Weiss Essen, Rot-Weiß Oberhausen oder der Wuppertaler SV den Weg.

Am Mittwoch kommt es im Viertelfinale zu einer Begegnung, die eigentlich vor großer Kulisse stattfinden würde: Der KFC Uerdingen erwartet den MSV Duisburg. Das Niederrheinderby verspricht eigentlich Spannung pur – zwei Mal eigentlich.

Diesmal ist alles anders, denn der KFC steht in der Dritten Liga mitten im Kampf um den Klassenerhalt, und der hat Vorrang. Zudem verfügt er aufgrund der Verletztenmisere nur über einen kleinen Kader. Daher werden die Blau-Roten nicht alles in die Waagschale werfen. Sie werden das Pokalspiel als Test für die beiden ausstehenden Meisterschaftsspiele gegen den 1. FC Magdeburg und beim SV Waldhof Mannheim nutzen. Sie werden Kräfte sparen und vor allem jene Spieler einsetzen, die sonst weniger zum Zug kommen – sogar A-Junioren.

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Die Begegnung findet wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt. Die Uerdinger tragen ihr Heimspiel aber nicht in Lotte aus, wo sie ihre Meisterschaftsspiele bestreiten, sondern in Velbert. Und es könnte auch organisatorisch ein Probelauf sein. Denn sollte der KFC in die Regionalliga absteigen, so wäre das neue Stadion in Velbert, vom Planungsbüro Geo3 konzipiert, eine Option, wo künftig die Heimspiele stattfinden könnten. Sollte der KFC den Klassenerhalt schaffen, so gäbe es mehrere Optionen, darunter auch wieder Duisburg.