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Mike Feigenspan schießt den KFC Uerdingen zum Sieg beim FC Bayern München II

KFC seit drei Spielen ungeschlagen : Mike Feigenspan schießt Uerdingen bei Bayern München II zum Sieg

Der KFC Uerdingen zeigt sich vom Theater um Insolvenz und Verkauf unbeeindruckt und gewinnt beim FC Bayern München II mit 1:0. Mike Feigenspan erzielt in der 23. Minute das Tor des Tages. Es ist ein wichtiger Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt.

Im Dritten Anlauf war es endlich soweit: Der KFC Uerdingen gewann beim FC Bayern München II 1:0 und bescherte Stefan Krämer den 100. Sieg als Drittliga-Trainer nach den beiden Unentschieden beim 1. FC Magdeburg und gegen SV Waldhof Mannheim (jeweils 1:1). Dabei hatte der Trainer nicht nur Freude am Ergebnis, sondern auch am Spiel seiner Mannschaft.

Nachdem die ersten drei Rückrundenspiele des KFC Uerdingen wegen einer zehntägigen Quarantäne nach zwei positiv getesteten Teammitgliedern ausgefallen waren, stand nach dreiwöchiger Pause der Re-Start beim FC Bayern München II auf dem Programm. In der Zwangspause seit dem 17. Januar hatte jedoch alles andere als Ruhe geherrscht. Es waren turbulente Tage, in denen der Verein beim Amtsgericht Krefeld die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragte und Claus-Peter Kruth als Verwalter bestellt wurde. Da war die Stimmung im Keller, finanzielle Sorgen und Zukunftsängste prägten die Gefühlswelt. Doch am Freitagabend hellte sich die Stimmung deutlich auf, als Mikhail Ponmarev gegenüber unserer Redaktion betätigte, dass er seine Anteile verkauft hat. Demnach waren die seit Sommer geführten Verhandlungen mit dem Armenier Roman Gevorkyan am Ende doch noch von Erfolg gekrönt.

Wie würde die Mannschaft auf die turbulenten Tage reagieren? Auch auf sie wird es in den kommenden drei Monaten ankommen, denn es gilt, nicht nur wirtschaftlich die Weichen für die Drittliga-Zugehörigkeit in der kommenden Saison zu stellen, sondern auch sportlich. Keine leichte Aufgabe, denn der Kampf um den Klassenerhalt dürfte durch den Abzug von drei Punkten aufgrund des Insolvenzantrags zusätzlich erschwert werden.

Der KFC traf auf den wiedererstarkten Drittliga-Meister, der sieben Punkte aus den zurückliegenden drei Begegnungen geholt und kein Gegentor (6:0) kassiert hatte. Diese Serie wollten die Gastgeber gegen die offensivschwächste Mannschaft der Liga natürlich ausbauen, während die Uerdinger, sich dessen bewusst, ihr Hauptaugenmerk zunächst einmal auf eine stabile Defensive legen wollten.

Gegenüber der zuletzt gegen Mannheim präsentierten Formation hatte Krämer die Startelf auf drei Positionen geändert: für den nach seiner fünften gelben Karte gesperrten Christian Dorda war Edvinas Girdvainis wieder dabei, für den zu Dynamo Dresden gewechselten Heinz Mörschel lief Mike Feigenspan auf und anstelle von Muhammed Kiprit erhielt der erfahrene Adriano Grimaldi den Vorzug, um in der Spitze die Bälle festzumachen.

Gut, dass das Spiel in München stattfand, denn während in Krefeld Eis und Schnee herrschten, wurde an der Grünwalder Straße der Rasen unmittelbar vor dem Anpfiff noch einmal gewässert. Und die Ansprache von Kapitän Assani Lukimya im Mannschaftskreis dauerte auch einige Sekunden länger als üblich.

Sodann ging es aber munter los. Kolja Pusch hatte nach 100 Sekunden die erste Möglichkeit für den KFC, auf der anderen Seite landete ein Kopfball von Lenn Jastremski nur Zentimeter neben dem Pfosten. Nach zehn Minuten musste Grimaldi die Gäste in Führung bringen, als er freistehend aus zehn Metern zum Schuss kam, doch der Ball ging über das Tor. In der 23. Minute klingelte es dann. Nach einem sehenswerten Konter bediente Feigenspan den mitgelaufenen Pusch, dessen Schuss Bayern-Keeper Wagner abwehrt, doch Feigenspan vollstreckte. Es war mehr als nur ansehnlich, was der KFC zeigte, der zu weiteren Chancen kam, doch es ging mit der 1:0-Führung zum Pausentee.

Auch nach dem Wechsel gelang es den Uerdingern, den ersten Bayern-Schwung abzufangen und selbst Chancen zu erarbeiten. Adriano Grimaldi schlug die Hände zehn Minuten nach Wiederbeginn vors Gesicht, als sein Schuss am Außennetz landete. Die Bayern machten Druck und investierten viel: läuferisch, aber auch verbal. Immer wieder forderten sie lautstark Freistöße und Elfmeter, was aber eher ein Zeichen dafür war, wie sehr sich sich an der Defensive abarbeiteten.

Der Sieg der Uerdinger war am Ende vielleicht etwas glücklich, aber wahrlich nicht unverdient. Aufgrund der turbulenten Tage und der katastrophalen Trainingsbedingungen am Löschenhofweg ist er kaum hoch genug einzuschätzen.