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Leon Schneider vom KFC Uerdingen macht im Ostseestadion prägende Erfahrungen

Mit dem KFC Uerdingen : Leon Schneider macht im Ostseestadion prägende Erfahrungen

Leon Schneider kehrte jetzt mit dem KFC Uerdingen an jenen Ort zurück, an dem er im Jahr 2008 im Alter von acht Jahren ziemlich beeindruckt wurde. Die Rückkehr war gleichermaßen erfolgreich wie schmerzvoll.

Es ist ein ganz besonderer Moment für Leon Schneider, als er den Rasen des Ostseestadions betritt. Denn genau hier hat er eine prägende Erfahrung gemacht. Es war am 15. April 2008, als er mit seinem Vater das Bundesligaspiel zwischen dem FC Hansa Rostock und Werder Bremen besuchte. Damals der Bremer Kader gespickt mit Stars wie Diego, Naldo, Klasnic, Mertesacker, Frings oder Baumann. „Werder hat 2:1 gewonnen“, erinnert sich Leon Schneider noch genau, der damals in seiner Geburtsstadt Eisenhüttenstadt in der Jugend spielte. Die Grün-Weißen, die in der Saison Vizemeister wurden, haben ihn nachhaltig beeindruckt: „Seitdem ist Werder mein Lieblingsverein.“

Jetzt ist das Ostseestadion für Schneider der Ausgangspunkt für den zweiten Anlauf in der 3. Liga. Den ersten hat er in Cottbus unternommen. 2013 war er zum FC Energie gewechselt, für den er dann vor zwei Jahren 14 Spiele als Profi bestritt. Die Lausitzer stiegen aber ab und der Defensivspieler wechselte zum 1. FC Köln, wo er oft mit den Profis trainierte, aber nur für die Zweite in der Regionalliga zum Einsatz kam. Im Sommer wurde er vom KFC Uerdingen ausgeliehen.

Nachdem Hakbat Omar Traore, der die beiden ersten beiden Saisonspiele als rechter Verteidiger aufgeboten wurde, einen Riss des Syndesmosebandes erlitt, bot sich Schneider als Alternative an. Und Trainer Stefan Krämer legte sich schnell fest. „Ich wusste schon Mitte der Woche, dass ich heute spiele“, sagte der Blondschopf nach dem 0:0 in Rostock. „Das hat mich natürlich gefreut.“

Das in ihn gesetzte Vertrauen zahlte der 20 Jahre alte Abwehrspieler mit einer soliden leistung zurück – zumindest 70 Minuten lang. Dann lag er mit einem Wadenkrampf auf dem Rasen, musste behandelt werden und das Feld verlassen. „Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Wadenkrmpf hatte“, berichtete er. „Aber ich denke, es ist verständlich, denn es war mein erstes Spiel seit März, und das gehört dann dazu.“ 70 Minuten hatte er ein großes Laufpensum absolviert und alles rein geworfen, seinen Körper nicht geschont und das zu spüren bekommen.

„Leon hat das vernünftig gemacht“, urteilte Trainer Stefan Krämer. Doch Schneider war nicht der einzige, mit dessen Leistung der Coach zufrieden war. Auch für Gino Fechner, der diesmal im defensiven Mittelfeld aufgeboten wurde, hatte er ein Lob parat: „Das war gut.“

Nicht entgangen dürften Krämer die Stellungsfehler und Fehleinschätzungen von Edvinas Girdvainis sein. Zwar gewann er eine Fülle von Zweikämpfen und Kopfballduellen, doch kann ein solcher Schnitzer spielentscheidend sein.

Bei Mike Feigenspan und Heinz Mörschel stehen Aufwand und Ertrag noch in einem krassen Missverhältnis. Der pfeilschnelle Feigenspan und der unermüdlich rackernde Mörschel sollten sich und die Mannschaft bald für ihren großen Einsatz belohnen. „Das sind die Basics in der 3. Liga“, wiegelt Krämer ab. Dennoch hätte er natürlich nichts dagegen, wenn seine Elf gegen den FC Bayern München II den ersten Saisonsieg feiern würde.