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KFC Uerdingen: Lage beim KFC wird immer bedrohlicher

KFC Uerdingen : Lage beim KFC wird immer bedrohlicher

Fußball: Der KFC unterlag in Verl mit 0:1 und steckt weiterhin tief im Abstiegskampf. Die Mannschaft flüchtete sich in Durchhalteparolen, einige Fans forderten die Entlassung des Trainers. Issa Issa sah die fünfte Gelbe Karte und fehlt jetzt.

Mit 0:1 (0:0) hat der KFC Uerdingen die Partie beim SC Verl verloren. Während das Team von Trainer Eric van der Luer damit auch im dritten Regionalligaspiel des Jahres 2014 sieglos blieb, beendeten die Gastgeber ihre Serie von zuletzt drei Niederlagen in Folge. Das einzig Positive aus Uerdinger Sicht war, dass die Mitabstiegskonkurrenten ebenfalls nicht punkteten. Deshalb rutschten die Blau-Roten in der Tabelle nicht noch weiter nach unten, sondern blieben auf Tabellenplatz 16, der am Saisonende den Abstieg bedeuten würde.

Groß war nach dem Abpfiff der Redebedarf, den die knapp 300 mitgereisten KFC-Fans hatten. 170 Kilometer waren sie nach Ostwestfalen gefahren, um das nun schon siebte in Folge nicht gewonnene Spiel zu sehen. Doch anders als vor zwei Wochen nach der Niederlage in Schalke II waren die Worte, die diesmal beiderseits fielen, deutlich rauer. Einige forderten lautstark den Kopf des Trainers und riefen: "Wir haben die Schnauze voll." Van der Luer stellte sich diesem Disput nicht mehr. Er stand derweil der Presse Rede und Antwort und sagte zum Spiel: "Wir wollten nicht, sondern mussten in Verl gewinnen. Daran gemessen haben wir aber viel zu wenig für die Offensive getan. Wir waren nicht zielstrebig genug."

In der Tat, in den 90 Minuten erspielte sich sein Team gerade einmal eine einzige hochkarätige Chance und die bereits in der zwölften Spielminute. Nach einem Freistoß von der Eckfahne flog der Ball zum am langen Pfosten frei stehenden Ahmed Ammi, doch dessen Kopfball wehrte Verls Keeper Arne Kampe mit Hilfe des Pfostens so eben zur Ecke ab. Aber auch die Gastgeber erspielten sich keine hochkarätigen Chancen - die 629 Zuschauer sahen ein typisches 0:0-Spiel. Zwölf Minuten vor dem Ende aber ließen sich die Uerdinger auskontern. Waldemar Schattner - für den verletzt ausgeschiedenen Ammi auf die rechte Verteidigerposition gerückt - entwischte der eingewechselte Manuel Rasp, dessen Hereingabe in den Rücken der Abwehr Matthias Haeder von der Strafraumgrenze gegen die Laufrichtung des Torwarts zum 1:0 und Tor des Tages einschoss - zwar kein Tor nach einem Standard, aber doch wieder eines in der Schlussphase.

Trotz der von Woche zu Woche ernster werdenden Situation im Abstiegskampf üben sich die Spieler in den üblichen Durchhalteparolen. "Wir müssen jetzt zusammen stehen", sagte Kapitän Kosi Saka. "Und wer den Trainer in Frage stellt, weiß gar nicht, was er noch so alles für die Mannschaft und den Verein tut." Ähnlich äußerte sich auch sein Stellvertreter Benjamin Baltes, auch einer der Spieler im Team, die schon höherklassig gespielt haben. "Natürlich klingt vieles, was man jetzt sagt, phrasenhaft abgedroschen. Aber genau das ist es, was hilft. Wir müssen jetzt kämpfen, beißen und kratzen, und natürlich haben wir in Verl schlecht gespielt. Aber dann muss man so ein 0:0 über die Zeit bringen und wenigstens den einen Punkt mitnehmen", sagte der 29-Jährige.

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Um die weiter fehlende Spielberechtigung für Neuzugang Burak Kaplan kümmert sich übrigens jetzt dessen Berater. "Das ist ein türkischer Anwalt, der genau hierfür auch bezahlt wird", sagte Manager Ersan Tekkan. Das wird auch wichtig sein, denn Mittelfeldstratege Issa Issa sah in Verl seine fünfte Gelbe Karte, so dass er am kommenden Samstag gesperrt ist. Kaplan könnte ihn ersetzen - wenn er denn dann spielen darf.

(RP)