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Krefeld: KFC Uerdingen will sich trotz Insolvenz gegen Punktabzug wehren

Trotz Insolvenzantrag : KFC Uerdingen will sich gegen Punktabzug wehren

Beantragt ein Verein die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, so werden ihm neun Punkte abgezogen. Dagegen will sich der Fußball-Regionalligist KFC Uerdingen jetzt wehren. Er sieht durchaus Chancen, dass der Verband in seinem Fall der Argumentation folgen kann.

Der KFC Uerdingen will gegen den drohenden Neun-Punkte-Abzug vorgehen. Das hat der Verein mitgeteilt. Laut Satzung werden ihm in der kommenden Spielzeit neun Punkte abgezogen, weil er beim Amtsgericht Krefeld die Eröffnung eines Insolvenzverfahren beantragt hat. Sollten ihm die Punkte tatsächlich abgezogen werden, so wäre er der Abstiegskandidat Nummer eins. Denn aufgrund seiner misslichen Lage kann er erst jetzt einen Kader zusammenstellen. Am Sonntag (16 Uhr) bestreitet er in Oppum gegen den VfR Fischeln sein erstes Testspiel, eine Woche später das erste Meisterschaftsspiel bei Rot-Weiss Oberhausen.

Die Uerdinger sehen in dem drohenden Neun-Punkte-Abzug eine Doppelbestrafung. Schließlich sind der GmbH aufgrund ihres Insolvenzantrags in der vergangenen Saison bereits drei Punkte abgezogen worden. Trotz des Klassenerhalts in der Dritten Liga muss der Verein in die Regionalliga, weil er die für die Lizenzerteilung geforderten Sicherheiten in Höhe von rund sieben Millionen Euro nicht aufbringen konnte.

Nach der GmbH musste nun auch der Verein Insolvenz anmelden, unter anderem weil das Finanzamt eine Organschaft zwischen GmbH und Verein geltend macht und nun 400.000 Euro fordert.Gegen den abermaligen Punktabzug will sich der KFC nun wehren. „Sportlich wurde ja bereits die vorherige Spielbetriebs-GmbH in der letzten Saison für das finanzielle Scheitern bestraft“, begründet Rechtsanwalt Eberhard Stock die Hoffnung. „Die Insolvenz des e.V. ist eine unmittelbare Folge der GmbH-Insolvenz und von diesem nicht in eigener Verantwortung verursacht worden, so dass eigentlich kein Anlass für eine neuerliche verbandsrechtliche Bestrafung bestehen sollte.“

Spätestens bis zum Ende der Winterpause ist geplant, den Traditionsverein über einen Insolvenzplan zu entschulden und dauerhaft zu sanieren. „Über das Insolvenzplanverfahren können alle finanziellen Probleme der Vergangenheit abschließend und endgültig geregelt werden, so dass der Verein in Zukunft schuldenfrei fortgeführt werden kann – idealerweise zeitgleich mit der Rückkehr in die heimische Grotenburg“, erklärt Christoph Niering von der Kanzlei Niering Stock Tömp, die in der Vergangenheit bereits die Sanierung diverser Traditionsvereine wie etwa Alemannia Aachen, Sportfreunde Siegen, 1.FC Kleve oder Fortuna Köln sowie des Eishockeyteams Essen Moskitos erfolgreich begleitet hat.