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Krefeld: Endgültiges Aus für den KFC Uerdingen droht

Investor steigt aus : KFC Uerdingen droht endgültiges Aus – Lizenz für 3. Liga kann nicht erfüllt werden

Der KFC Uerdingen kann die Lizenzauflagen für die 3. Liga nicht erfüllen. Hauptinvestor Noah Group steht für die Regionalliga nicht zur Verfügung. Damit droht das Aus für die Lizenzabteilung – und für den gesamten Klub.

Der KFC Uerdingen steht vor dem endgültigen Aus. Der Verein kann die für die Erteilung der Lizenz zur 3. Liga geforderte Bürgschaft in Millionenhöhe nicht hinterlegen; damit steht der Zwangsabstieg in die Regionalliga fest.

Aber es kommt noch schlimmer für die Anhänger des DFB-Pokalsiegers von 1985: Investor Roman Gevorkyan bzw. die Noah Group, die Hauptanteilseigner an der KFC Uerdingen GmbH ist, wird diesen Schritt zurück in die vierthöchste Liga nicht mitmachen. Das bedeutet: Der Klub steht ohne Geldgeber und Lizenz da – und der mit dem Gläubigern vereinbarte Insolvenzplan kann nicht mehr umgesetzt werden. Damit droht dem Profifußball das endgültige Aus. Das gab der Verein am Mittwoch bekannt.

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„Die vom DFB für die Lizenzerteilung für die 3. Fußball-Liga gelegte finanzielle Hürde – die sofortige Hinterlegung eines hohen siebenstelligen Betrags – war für den KFC nicht fristgerecht zu erfüllen“, teilt der KFC am frühen Nachmittag mit. „Die aus unserer Sicht außerordentlich scharfen Lizenzauflagen dürften dem vorinsolvenzlichen Wirtschaften des KFC geschuldet sein“, sagte Rechtsanwalt Dr. Claus-Peter Kruth, Insolvenzverwalter der KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH.

Wie der KFC berichtet, hätten sich Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth und Investor Roman Gevorkyan eigentlich für die kommende Saison auf einen Neustart des KFC in der Regionalliga verständigt. Doch hierfür steht der Investor jetzt doch nicht zur Verfügung, gab der Verein bekannt. „Wir können uns trotz der gemachten Zusagen über den plötzlichen Abgang des Investors nur sehr wundern, nachdem dieser zuvor vereinbarungsgemäß Zahlungen geleistet hat“, sagt Rechtsanwalt Dr. Kruth.

Weiter heißt es: „Ohne Investor und damit ohne finanzielle Planungssicherheit für die kommende Saison gibt es für die KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH keine positive Fortführungsprognose mehr. Der von den Gläubigern akzeptierte Insolvenzplan ist deshalb nicht mehr durchführbar. Die KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH wird jetzt voraussichtlich im Regelinsolvenzverfahren abgewickelt, ein kurzfristiger Verfahrensabschluss ist nicht mehr zu erwarten.“ Im Klartext bedeutet das: Die GmbH wird abgewickelt und existiert dann nicht mehr. Allerdings bleibt der Verein bestehen – und er hat es nun in der Hand zu entscheiden, ob der Spielbetrieb in der Regionalliga fortgesetzt werden kann oder ob es womöglich noch tiefer hinab geht – theoretisch ist auch ein vollständiger Rückzug möglich.

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„Wir verstehen die große Enttäuschung sehr gut. Dieser Schritt ist aber leider ohne Alternative. Dass wir überhaupt bis hierhin gekommen sind, ist ein Verdienst der vielen Unterstützer, insbesondere der Mitarbeiter und Fans, die dem KFC in den vergangenen schwierigen Wochen und Monaten zur Seite gestanden haben. Dafür möchten wir herzlich danken“, sagte Kruth.

Wenngleich sich der Insolvenzverwalter überrascht zeigt, dessen dreimonatige Rettungsarbeit nun vergebens war, so ist Gevorkyans Rückzug alles andere. Der Armenier wollte (oder konnte) jetzt nicht für den Gesamtetat der kommenden Saison bürgen, das war einfach zu viel verlangt. Das aber wäre notwendig gewesen angesichts dessen, dass der KFC nur wenige geringe Sponsorenverträge nachweisen kann und auch keine Zuschauereinnahmen.

Dem Deutschen Fußball-Bund bleibt es sogar erspart, eine Entscheidung zu treffen und den Uerdingern, die selbst das Handtuch geschmissen haben, die Lizenz zu verweigern. Dennoch dürften beim Verband nur sehr wenige traurig über die Entwicklung sein. Vielmehr ist die Bruchlandung des KFC, die er nun aufgrund seiner Abhängigkeit von ausländischen Investoren erleidet, Wasser auf die Mühlen der Fans und Traditionalisten, die den Fußball als rein kommerzielles Unterhaltungsgeschäft ablehnen und die 50+1-Regel, die besagt, dass die Mehrheit bei den Vereinsmitgliedern liegen muss, hochhalten.   

Der Traditionsverein KFC Uerdingen 05 muss nun also auf die Suche gehen – vermutlich nach einem neuen Vorstand, sicherlich nach neuen Geldgebern. Und wie so oft in solchen Fällen, macht die Runde das Gerücht, dass es Krefelder gäbe, die Interesse daran hätten, an einem völligen Neuaufbau des Vereins mitzuwirken. Viel Zeit dazu bleibt allerdings nicht.