1. Sport
  2. Fußball
  3. KFC Uerdingen

Krefeld: Dem KFC Uerdingen bleibt nichts als die Hoffnung

Weiter handlungsunfähig : Dem KFC Uerdingen bleibt nichts als die Hoffnung

Drei Wochen vor dem Meisterschaftsauftakt sind die Uerdinger noch immer handlungsunfähig. Dabei könnte die Liste der zu erledigenden Aufgaben kaum länger sein. Und vieles erweist sich als schwieriger als angenommen.

Der KFC Uerdingen lebt von der Hoffnung. Er hofft, dass eine Einigung mit dem Finanzamt zustande kommt, damit er handlungsfähig wird. Er hofft, dass die vom Verein vorbereiteten Verträge von den Spielern unterschrieben werden. Er hofft, dass er zum Auftakt bei Rot-Weiß Oberhausen am 14. August eine wettbewerbsfähige Mannschaft stellen kann. Er hofft, dass ihm in der kommenden Saison der Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga gelingt. Er hofft, dass die Fans die so genannten Heimspiele in Velbert annehmen. Er hofft, dass das Stadion Grotenburg Anfang kommenden Jahres wieder genutzt werden kann. Er hofft, dass ein Trainings- und Spielplatz für die Jugend gefunden wird. Er hofft, dass er bald das „gelbe Haus“ an der Violstraße als Geschäftsstelle nutzen kann.

Die Hoffnung der Uerdinger muss angesichts der Fülle ziemlich stark sein. Und das erscheint nur möglich, weil die Vereinsfarben blau-rot sind – das Blau für die Treue und das Rot für die Liebe stehen. Fehlt nur der Glaube, aber der wird von den Anhängern in einer kaum für möglich gehaltenen Festigkeit demonstriert.

Aber manches scheint schwierig zu sein. So ist die Einigung mit dem Finanzamt auch in der abgelaufenen Woche nicht wie anvisiert zustande gekommen. Das ist nicht nur schlecht, sondern vereinsschädigend, weil dem KFC die Zeit davon läuft. Mit jedem Tag, an dem er weiter handlungsunfähig ist, verschlechtern sich die Perspektiven. So muss auch eine Insolvenz des Vereins mit all ihren Konsequenzen – erster Absteiger, ein Jahr Spielpause – erwogen werden.

Und so groß die Freude darüber war, dass der KFC künftig eine Geschäftsstelle ganz in der Nähe des Stadions einrichten kann, so sehr wird auch dies noch dauern. Denn das Haus steht nicht etwa leer, sondern die Räumlichkeiten werden derzeit noch vom Kommunalbetrieb Krefeld, Sachgebietsleitung Sportstättenunterhaltung, genutzt, die für die Pflege der Bezirkssportanlagen zuständig ist. „Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Wochen umziehen werden“, heißt es. Das klingt eher nach bürokratischer Ruhe als nach übereiltem Aufbruch. Bisher seien die Mitarbeiter bezüglich einer Räumung des Gebäudes auch nicht unter Druck gesetzt worden, vielmehr gebe es eine lose Vereinbarung, wonach sie noch bleiben könnten, ehe sie dann an den Bruchweg übersiedeln.

 In diesem Gebäude soll die neue Geschäftsstelle des KFC eingerichtet werden.
In diesem Gebäude soll die neue Geschäftsstelle des KFC eingerichtet werden. Foto: Thomas Schulze
  • Auch der Videoanalyseteleskoptower wird versteigert.
    Alles wird verscherbelt : Mobiliar des KFC Uerdingen kommt unter den Hammer
  • Im Stadion Velbert trägt der KFC
    KFC weiter handlungsunfähig : Ohne Einigung mit Finanzamt geht gar nichts
  • Mikhail Ponomarev hilft Wacker Innsbruck mit
    Trennung von GmbH und Verein : Fiskus pulverisiert das KFC-Konstrukt

Immerhin hat ein Statik-Gutachter das Gebäude freigegeben und die Grotenburg Supporters haben die Räumlichkeiten bereits gesichtet. Diese ehrenamtliche Einsatztruppe wird nicht nur bei der Sanierung des Stadions helfen, sondern auch bei der des gelben Hauses. Ein Hoffnungsschimmer.