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Krefeld: Darum ist der KFC Uerdingen zu schwach für die Regionalliga

Keine Perspektive : Darum ist der KFC Uerdingen zu schwach für die Regionalliga

Nach einer desaströsen Hinrunde ist der KFC Uerdingen Tabellenletzter der Fußball-Regionalliga. Die Aussichten auf Besserung oder gar den Klassenerhalt in der Profi-Liga tendieren gen Null.

Der KFC Uerdingen ist nach Abschluss der Hinrunde abgeschlagener Tabellenletzter der Fußball-Regionalliga. Von der 19 Spielen haben die Blau-Roten ein einziges gewonnen, nur acht Punkte auf ihrem Konto. Zudem droht wegen des Insolvenzverfahrens ein Abzug von neun Punkten. Den zum Klassenerhalt notwendigen Platz 15 belegt der Bonner SC mit 17 Zählern. Was ist schief gelaufen beim KFC? Alles könnte die gleichermaßen kurze wie richtige Antwort lauten. Wir schauen auf einzelne Gründe.

Torhüter 53 mal mussten die Uerdinger den Ball aus dem eigenen Tor holen, so oft wie keine andere Mannschaft. Das ist allerdings nicht auf ein akutes Torhüterproblem zurückzuführen. Der eigentlich als Nummer eins eingeplante Justin Ospelt aus Liechtenstein stand nur 43 Minuten zwischen den Pfosten, erlitt einen Muskelabriss im Knie und musste operiert werden. Jovan Jovic bekam so viele Einsatzzeiten. Jonas Brendieck, der nachträglich als Ospelt-Ersatz verpflichtet wurde, hat nur vier Spiele absolviert und dem Verein frustriert den Rücken gekehrt, Timo Meißner aus der eigenen Jugend harrt weiter tapfer aus.

Abwehr Sowohl Trainer Dmitry Voronov als auch sein Nachfolger Alexander Voigt setzten überwiegend auf die Viererkette mit Pepijn Schlösser, Jesse Sierck und Erdic Karakas, die allerdings auch gesperrt waren, Kevin Ntika, der verletzt fehlte, und Jason Prodanovic. Die Stabilität der Aufstellung sorgte jedoch nicht für Stabilität auf dem Platz. Viel zu oft wurde sie durcheinander gewirbelt, auch weil es an notwendigem Tempo mangelte. Die Folge waren fünf Elfmeter gegen den KFC, was Liga-Rekord bedeutet. Auch vier Rote, eine Gelb-Rote und 43 Gelbe Karten sind eine Folge der Unterlegenheit und sprechen für sich.

Mittelfeld Hier fehlt es in doppelter Hinsicht: an der notwendigen Ordnung und an Kreativität. Ganz gleich, wer auf der Sechserposition aufgeboten wurde, er war nicht in der Lage, die Löcher zu stopfen, was natürlich auch an den Mitspielern lag. Und bei Ballbesitz fehlte es an Ruhe und an Ideen.

Sturm 13 erzielte Tore sind ein weiterer Negativwert, der die Ligatauglichkeit höchst fragwürdig erscheinen lässt. Die Angreifer haben aber nicht etwa viele Chancen vergeben, sondern sind überhaupt nicht in aussichtsreiche Position gelangt. Entsprechend verhungert auch Shun Terada, der in der Vergangenheit schon einmal Regionalliga-Niveau nachgewiesen hat.

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Hierarchie Auch fehlt dem KFC, was jede Mannschaft benötigt: eine Hierarchie. Es reicht nicht, dass ein paar erfahrenere Spieler nachträglich verpflichtet wurden.

Fehlende Vorbereitung Die konnte vielleicht in den ersten Spielen als Entschuldigung angeführt werden. Doch bei unzureichender Fitness, ungenügender professioneller Einstellung und fehlenden spielerischen Abläufe ist im Dezember Nachsicht fehl am Platz.   

Kaderplanung Der Sportliche Leiter Patrick Schneider und der damalige Trainer Dmitry Voronov hatten behauptet, einen Kader zusammenstellen und mit ihm Regionalliatauglichkeit nachweisen zu können. Das haben sie nicht geschafft. Vielmehr ist es eine zusammengewürfelte Ansammlung ehemals viertklassiger Spieler und Talenten, die sich für noch besser halten, aber ihren Ansprüchen nicht gerecht werden. Jeder Spieler mag über gewisse Qualitäten verfügen, doch das reicht nicht. Dem KFC fehlt das entscheidende, um in der Regionalliga und auch in der kommenden Saison in der Oberliga bestehen zu können – eine Mannschaft.