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Krefeld: Darum ist der KFC Uerdingen weiter von Mikhail Ponomarev abhängig

Sportlich und wirtschaftlich desolat : KFC Uerdingen ist weiter von Mikhail Ponomarev abhängig

Der ehemalige Investor soll sich mit dem Finanzamt einigen und die Steuerschuld begleichen. Doch damit wären längst noch nicht alle Probleme der Uerdinger gelöst. Die sportliche Lage könnte die Abwärtsspirale weiter antreiben.

Es sind keine drei Wochen mehr bis zum Meisterschaftsauftakt der Fußball-Regionalliga. Eigentlich soll der KFC Uerdingen am ersten Spieltag am 14. August bei Rot-Weiß Oberhausen antreten. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist ungewiss. Und wenn: unter welchen Bedingungen?

Die sportlichen Bedingungen sind überschaubar. Patrick Schneider und Dmitry Voronin werden, wie unsere Redaktion bereits am 21. Juni berichtet hat, die sportliche Verantwortung tragen. Die Sorge, dass sie unter der Last zusammenbrechen, ist gleichermaßen groß wie berechtigt – aus vielerlei Gründen. Zum einen weil ihnen wohl kaum eine regionalliga-taugliche Mannschaft zur Verfügung stehen dürfte. A-Junioren, die in der Niederrheinliga gespielt haben und das Gerüst stellen, werden kaum ausreichen, um den Gegnern Paroli zu bieten. Das schaffen nicht einmal Jugendliche, die in der Junioren-Bundesliga gekickt haben. Und selbst wenn Nachwuchsspieler aus Frankreich oder Belgien hinzu kommen, die der neue Vorsitzende Damien Raths aufgrund seiner Kontakte möglicherweise akquiriert hat, dürfte es kaum ausreichen.

Hinzu kommt, dass die Mannschaft quasi unvorbereitet in die Saison geht. Während andere seit Ende Juni trainieren und Testspiele bestreiten, absolviert der KFC in Oppum lediglich einige Trainingseinheiten mit Probespielern. Somit bestehen erhebliche Zweifel daran, dass die Spieler körperlich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz sind. Kein Zweifel besteht hingegen daran, dass es sich nicht um eine homogene Einheit handeln wird, die die Blau-Roten ins Rennen schicken. Obendrein wird die Mannschaft von einem Duo geführt, das über keine Erfahrung im Seniorenbereich und in der Regionalliga verfügt. Das muss nicht automatisch schlecht sein, ist aber zumindest ein Nachteil und ebenso ein großes Risiko.

Noch weniger Klarheit herrscht bezüglich der wirtschaftlichen Bedingungen. Fest steht nur, dass das Finanzamt rund eine halbe Million Euro fordert. Die von der KFC-Führung erhoffte Lösung sieht vor, dass sich der ehemalige Investor Mikhail Ponomarev mit dem Finanzamt einigt und die Schulden tilgt. Der Unternehmer, der inzwischen Wacker Innsbruck mit zwei Millionen Euro aus der Patsche hilft, soll dem Fiskus einen Vorschlag unterbreitet haben, dessen Prüfung seitens der Behörde aber noch Zeit benötigt.

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Da aber die Zeit drängt, soll der nun amtierende Vorstand eine andere Lösung präsentiert haben: Das Finanzamt soll die Schulden stunden. Dann wäre die Vereinsführung endlich handlungsfähig und könnte Verträge abschließen: mit Spielern, Trainer, der so genannten Heimspielstätte in Velbert und vielen anderen.

In dem Fall drängen sich aber weitere Fragen auf: Müsste der KFC die Schulden monatlich abstottern? In voller Höhe? Über welch einen Zeitraum?

Der KFC steckt in einer verhängnisvollen Situation – mit Schulden, ohne wettbewerbsfähige Mannschaft. Ein Ende der Abwärtsspirale, die sich sportlich und wirtschaftlich weiter dreht, ist noch nicht in Sicht. Der gute Wille einiger wird nicht ausreichen, um die Situation zu meistern.