KFC Uerdingen: Kommentar: Wie ein Verband Eigentore am Fließband erzielt

KFC Uerdingen : Kommentar: Wie ein Verband Eigentore am Fließband erzielt

Es ist schon merkwürdig, wie unprofessionell ein sich selbst häufig so wichtig nehmender Fußballverband manchmal gibt. Gestern, bei der Auslosung der Relegationsspiele zur Regionalliga, hat der Westdeutsche Fußball-und Leichtathletikverband (WLFV) ein Eigentor nach dem anderen geschossen.

Eigentor 1: Der Raum. Die Veranstalter hatten laut eigener Aussage mit zwei Vertretern pro Club und einer Handvoll Journalisten gerechnet. Der Raum der Auslosung war also etwa so groß wie der, in dem die Reinigungsdamen ihre Wägelchen abstellen. Die Folge: Ein Großteil der Besucher stand auf dem Flur.

Eigentor 2: Die Ansprache. WFLV-Präsident Hermann Korfmacher stellte die NRW-Liga-Clubs vor und sagte: "Viele hätten lieber Schwarz-Weiß Essen als Bergisch Gladbach in der Relegation gesehen." Ein peinlicher Lapsus, eines Präsidenten unwürdig, den er zwar denken kann, aber in seiner Funktion nicht sagen darf. Kein Wunder, dass BG-Trainer Didi Schacht sauer ("Absolute Frechheit!") reagierte.

Eigentor 3: Die Ankündigungen. Im Zuge der Auslosung sollten auch gleich die Schiedsrichter bekannt gegeben werden. Das wurde aus nicht näher genannten Gründen auf heute verschoben.

Eigentor 4: Das Freilos. Mit der Erteilung des Freiloses (siehe Infokasten) hat der WFLV jegliche Form des Wettkampfgedankens mit den Füßen getreten. Jetzt kann der Vierte der NRW-Liga (Velbert) ausscheiden, während der Siebte (Hüls) ohne Spiel aufsteigt. Begründung für das Freilos: "Die Aufstiegsregel gilt als in Zement gemeißelt", sagte Ausschuss-Vorsitzender Heinz-Leopold Schneider.

"Fairplay geht vor", damit wirbt der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Vielleicht sollte er mit der Umsetzung vor der eigenen Haustüre anfangen. oli

(RP)